Montagne de Reims: überzeugende Charakter-Champagner vom Jungwinzer Alban Corbeaux
Zupackend, intensiv und mit herrlicher Würze treffen die Champagner von Pierre Deville mitten ins Herz. Spontan vergoren und im Holzfass ausgebaut zeigen sie sich expressiv und charakterstark, dabei immer von feiner Frische getragen. Die kühlen Lagen von Verzy bringen Pinot Noir und Chardonnay mit straffer Eleganz hervor, die sich mit minimaler Dosage zu präzisen Weinpersönlichkeiten fügen. Seit 2016 führt Alban Corbeaux das kleine Familienweingut in vierter Generation. Der junge, weltoffene Winzer hat dem 1963 von seinem Urgroßvater Pierre Deville gegründeten Betrieb eine neue Richtung gegeben: biodynamisch im Weinberg, minimalistisch im Keller, authentisch im Glas.
Als Alban Corbeaux 2016 nach seinem önologischen Studium und Praktika in burgundischen Kellern ins Familienweingut zurückkehrte, stand für ihn eines fest: Er wollte Champagner mit einer eigenen, unverwechselbaren Identität erzeugen. In Verzy, einer Grand-Cru-Gemeinde am nördlichen Rand der Montagne de Reims, fand er dafür die idealen Voraussetzungen. Das Weingut, benannt nach seinem Urgroßvater Pierre Deville, der 1963 begann, eigene Champagner zu erzeugen, führt er heute in vierter Generation.
Auf 5 Hektar Rebfläche, die auf 36 Parzellen ausschließlich in Verzy verteilt sind, wachsen zu 60% Pinot Noir und zu 40% Chardonnay. Die Produktion ist bewusst klein gehalten und wird rund 20.000 Flaschen nicht übersteigen, denn mehr lässt der winzige Keller mitten im Dorf nicht zu. Alban macht praktisch alles selbst, von der Arbeit im Weinberg bis zum Dégorgement. Nur sein Vater Christophe unterstützt ihn noch im Weinberg, zur Lese kommen ein paar helfende Hände dazu. Seit 2016 bewirtschaftet er die Weinberge biologisch und biodynamisch. Neben Champagner erzeugt er auch einen Coteaux Champenois Rouge.

Der junge, weltoffene und äußerst sympathische Alban erzeugt Champagner genau nach unserem Geschmack! Er verkörpert eine junge Generation von Winzern in der Champagne, die kompromisslos auf Qualität und Terroir setzt. Seine Champagner entstehen mit minimalem Eingriff im Keller: spontane Vergärung mit natürlichen Hefen, Ausbau in gebrauchten Barriques, sehr niedrige Dosage. Das Besondere an Verzy ist die Ausrichtung vieler Weinberge nach Osten und teilweise nach Norden. Dadurch fallen die Pinot Noirs weniger kraftvoll aus als in südlicheren Grand Cru Lagen wie Bouzy oder Ambonnay, entwickeln aber umso mehr Frische, Schlankheit und Festigkeit. Genau diese Spannung und Lebendigkeit macht Albans Champagner so faszinierend. Sie sind charakterstark, präzise und besitzen eine natürliche Eleganz, die zum Trinken einlädt.

Den Einstieg bildet die Cuvée Primitif, eine Assemblage aus 80% Pinot Noir und 20% Chardonnay. Kühl und zurückhaltend im Auftrakt, dabei mundwässernd und mit überraschender Kraft am Gaumen. Les Copins 50/50 vereint zu gleichen Teilen Pinot Noir und Chardonnay aus alten Weinbergen in Verzy und spielt mit der Balance beider Rebsorten: warme Entwicklung von Chardonnay trifft auf würzige Pinot-Noten. La Blanche Voie ist ein delikater Rosé de Macération, der mit floralen Noten und einer saftigen Textur besticht, salzig-frisch und belebend.
Der Champagner Copin Chardonnay stammt aus den alten Einzellagen Les Alouettes und Les Epinettes, zwei der interessantesten Weinberge in Verzy. Kraftvoll strukturiert und einladend geschmeidig zeigt dieser Blanc de Blancs die reife Seite des Chardonnay. Der Copin Pinot Noir wächst in den Lagen Les Queues des Loges, Les Monts de Bruyeres und La Porte des Grands Champs. Er ist ein intensiver und zupackender Blanc de Noirs mit Tiefgang, samt einer herrlichen würzigen Pfeffrigkeit und klaren mineralischen Noten. Die Etiketten der Cuvées sind als Hommage an Albans Winzerin-Großmutter und seinen Künstler-Großvater gestaltet.

Die 5 Hektar Rebfläche verteilen sich auf 36 kleine Parzellen, davon liegen 4 Hektar in Verzy und 1 Hektar an der südlichen Côte des Bar, dessen Trauben verkauft werden. In Verzy macht Chardonnay 60% und Pinot Noir 40% der Fläche aus. Schon früh hat Alban die Bewirtschaftung auf biologische und biodynamische Arbeitsweisen umgestellt. Die Trauben werden von Hand gelesen und schonend in zwei pneumatischen Pressen verarbeitet, einer kleinen mit 2.000 kg und einer großen mit 4.000 kg Fassungsvermögen. Nach dem Pressen klärt Alban den Most durch Absetzen vor.
Für die Spontangärung mit natürlichen Hefen beginnt er bereits fünf bis zehn Tage vor der eigentlichen Ernte, eine kleine Menge Most anzusetzen. Er erntet vorab eine geringe Menge noch nicht ideal reifer Trauben, presst sie und lässt die Umgebungshefen die Gärung starten. Wenn dann die Moste der eigentlichen Lese bereit sind, hat er somit bereits eine hohe Konzentration eigener Hefen und infiziert damit die gebrauchten Barriquefässer, in denen die Grundweine vergären. Nach der Gärung belässt er die Weine auf der Vollhefe. Mehrmals wöchentlich verkostet er die Fässer und gibt nur bei Bedarf kleine Schwefelmengen hinzu. Die Tirage erfolgt etwa neun Monate später im Juni. Nach der Reifung auf der Hefe werden die Champagner mit sehr niedriger Dosage versehen. Das Ergebnis sind Champagner, die die Kraft und Präzision von Verzy mit einer natürlichen Frische und Lebendigkeit verbinden.

| Name | Champagne Pierre Deville - Alban Corbeaux |
|---|---|
| Winzer | Alban Corbeaux |
| Ort | Verzy, Montagne de Reims |
| Bewirtschaftung | biodynamisch |
| Zertifizierung | Haut Valeur Environnementale (HVE) |
| Pressen | moderne pneumatische Presse (4.000 KG) |
| Gären | Spontane Gärung in gebrauchten Barriques |
| Ausbau | Lagerung auf der Hefe, Verzicht auf Filtration und Schönung, minimale Zugabe von Schwefel |
| Lagerung | gebrauchte Barriques |
| Betriebsgröße | 5 Hektar |
| Produktion | 22.000 Flaschen |