Shop • Champagner • Glossar


Champagner Glossar



 Abgang

Abgang bedeutet bei einem Wein wie lange die Aromen im Mund nach dem Runterschlucken oder Ausspucken noch wahrgenommen werden. Die Länge des Abgangs ist ein eindeutiger Parameter für die Weinqualität. Je länger der Wein ist desto höher seine Qualität. Dabei gilt jedoch zu unterscheiden: Zu Beginn kann man Aromen wahrnehmen, die nach Sekunden verschwinden. Das anschließende Empfinden von Säure, Bitterstoffen und oftmals auch taktilen Empfindungen, zählt nicht mehr zum Abgang. Ein Abgang von vier bis fünf Sekunden ist kurz, ab neun bis zehn Sekunden lang.

 Absetzen

Absetzen bedeutet, dass man den Saft nach dem Pressen in einem Tank über mehrere Stunden bis hin zu Tagen ruhen lässt. Dabei setzen sich die festen Partikel am Boden ab, so dass der Saft klar wird und danach in einen anderen Tank umgepumpt werden kann.

 Acetaldehyd

Acetaldehyd ist das vorherrschende Aldehyd in allen Weinen. Es entsteht, wenn Alkohol zu Essigsäure oxidiert. In höheren Konzentrationen ist es vor allem in Sherry zu finden. In Weinen die nicht alkoholverstärkt sind kann eine geringe Dosis das Aroma bereichern; zu große Konzentrationen Aldehyds werden jedoch als Fehler angesehen. Der Geruch von Acetaldehyd erinnert an Apfelschale, Mandeln, Haselnüsse, Stroh und Trockenfrüchte.

 Agraffe

Agraffe ist ein Metallclip in Form eines umgedrehten U's. Früher verwendete man eine Agraffe, um den Korken während der Flaschengärung beim Entstehen des Drucks durch die zweite Gärung auf der Flasche zu halten. Heute werden hierfür fast ausschließlich Kronkorken verwendet während die Agraffe erst nach dem Degorgieren und dem Verkorken angebracht wird, wenn die Flasche in den Verkauf geht.

 Aldehyd

Aldehyd ist eine Zwischenstufe von Alkohol und Säure, welche während der Oxidation von Alkohol entsteht. Das wichtigste Aldehyd im Wein ist Acetylaldehyd und entsteht, wenn der im Wein vorhandene Alkohol zu Essigsäure oxidiert.

 Alkohol

Alkohol im Wein ist in erster Linie Ethanol. Alkohol ist eine farblose und leicht entzündliche Flüssigkeit. Er ist für den Geschmack und den Körper von alkoholischen Getränken essenziell. Ein guter alkoholfreier Wein ist deshalb schwierig herzustellen.

 alkoholisch

alkoholisch – siehe brandig

 adstringierend

Als adstringierend wird ein Wein bezeichnet, wenn er ein zu starkes und unangenehm trocknendes und zusammenziehendes Gefühl im Mund hinterlässt, welches von Tannin und/oder Säure hervorgerufen wird. 

 Alte Reben

Alte Reben ist ein nicht definierter Begriff für das Alter von Reben (ausser in Südafrika, wo der Begriff klassifiziert ist). Sinn macht es, diesen Begriff für Weine zu verwenden, die von Reben stammen, die mindestens 30 Jahre alt sind. Alte Reben verfügen über ein weitreichendes Wurzelwerk und können damit für ein gleichmäßiges Reifen der Trauben sorgen. Sie sind weniger produktiv und bringen aromatischere und reifere Trauben hervor. 

 Aminosäure

Aminosäure besteht aus Proteinen, die durch eine Kombination von Fruchtester entstehen. Sie kommt natürlicherweise in Trauben vor, entsteht sowohl während der Gärung und als auch bei der Autolyse von Hefen. Bei letzterem werden Aminosäuren gleichzeitig wieder abgebaut. Aminosäuren sind der entscheidende Vorbote für die Komplexität und Finesse eines Schaumweins.

 Amyl- oder Isoamyl-Aromen

Amyl- oder Isoamyl-Aromen sind Aromen von Bananen, Eisbonbons oder Kaugummi, welche bei einer ersten, jedoch zu kalten Gärung, entstehen. Geringere Konzentrationen verflüchtigen sich ein paar Monate nach dem Degorgieren. Größere Mengen verbleiben im Wein und verleihen ihm eine künstliche, parfümierte Note. In Reinform wird Amylacetat als Aromastoff verwendet und ist als „Bananenöl“ oder „Birnenöl“ bekannt.

 Anreichern

Anreichern ist ein Vorgang bei dem man vor oder während der Gärung den Zuckergehalt im Most erhöht, indem man Traubenmostkonzentrat zusetzt, damit ein höherer Alkoholgehalt im Wein erreicht wird. Sinn macht dies bei Weinbau unter kühlen Witterungsbedingungen, um einen ausreichenden Algeholgehalt zu erzielen. Wenn man statt Traubenmostkonzentrat Zucker aus Zuckerrüben zusetzt wird der Vorgang Chaptalisation genannt. 

 Apfelsäure

Apfelsäure ist eine natürlich auftretende Säure in Trauben und in anderen Früchten. Sie trägt ihren Namen, da sie vor allem in grünen Äpfeln zu finden ist. Eine besonders hohe Konzentration von Apfelsäure ist in Trauben aus kälteren Klimazonen zu finden. Sie verleiht den Weinen dann eine gewisse „Bissigkeit“. Durch einen biologischen Säureabbau bzw. eine Malolaktische Gärung wird Apfelsäure vermindert.

 Apfelschale

Apfelschale ist ein Aroma, das durch Oxidation entsteht. In geringem Ausmaß ist es bereichernd. Sobald es dominiert entsteht ein negativer Eindruck.

 Appellation d'Origine Contrôlée (AOC oder AC)

Appellation d'Origine Contrôlée (AOC oder AC) ist die höchste Qualitätsstufe im französischem Weinbau. Die Regeln sind jedoch sehr weit gefasst, so dass sie in der Praxis alles enthält, von französischen Spitzenweinen bis hin zu belanglosen oder gar schlechten Weinen. Es ist also immer besser einen teureren Vin de pays als einen billigen AOC Wein zu kaufen.

 Appellation

Appellation ist der Begriff für Weinregionen in Frankreich. Das Regelwerk einer Appellation kann zahlreiche Vorschriften beinhalten, welche sich auf die Wahl der Rebsorten, deren Anbau und die Weinbereitung beziehen.

 Arbane

Arbane ist eine alte Rebsorte in der Champagne, welche fast ausgestorben war. Dann wurde sie vor einigen Jahrzehnten zu neuem Leben erweckt. Mit 1 bis 2 Hektar (von ehemals rund 34.000 Hektar) ist sie jedoch immer noch extrem selten. Arbane reift spät und benötigt zum Ausreifen die besten Lagen. In guten Jahren ergibt Arbane einen sehr guten und alkoholreichen Wein.

 Assemblage

Assemblage bezeichnet das Zusammenfügen oder „Komponieren“ mehrerer Weine zu einem. Andere Begriffe dafür sind Blend, Cuvée oder Verschnitt. 

 Atmen

Atmen umschreibt das Belüften des Schaumweins, also den Kontakt mit Sauerstoff, nachdem die Flasche Wein geöffnet wurde und bevor der Wein getrunken wird.

 aufdringlich

Aufdringlich ist ein Wein, der über sehr intensive Aromen verfügt, sehr 'laut' wirkt und deswegen als unangenehm wahrgenommen wird. 

 aufgesetzt

Aufgesetzt benennt einen Wein, der über störende, dominante und künstlich wirkende Aromen verfügt.

 Ausbau

Ausbau steht für die Entwicklung eines Weins im Keller von der Gärung bis zum Abfüllen.

 ausgewogen

ausgewogen – siehe Balance

 Autolyse

Autolyse bezeichnet das Zersetzen der Hefe in der Flasche im Anschluss an die zweite Gärung. Dabei entstehen Aromen, die an Blumen-, Hefe- und Röstaromen erinnern. Bei längerer Lagerung entwickeln sich Noten, die an Leder, Tabak, Kaffee, Mokka oder kandierte Früchte erinnern.

 Avinieren

Avinieren bezeichnet den Vorgang, ein Weinglas vor dem Benutzen mit einer kleinen Menge Wein auszuspülen. Ziel ist es, Staub und mögliche störende Gerüche zu beseitigen.

 Balance

Balance bezeichnet das harmonische Zusammenspiel von Säure, Alkohol, Körper und Tannin im Mund. Wird von zwei ähnlichen Weinen einer klar bevorzugt, ist wahrscheinlich die Balance der ausschlaggebende Faktor. Siehe auch Harmonie.

 Barrique

Barrique ist der gebräuchlichste französische Ausdruck für Fass. In englischsprachigen Ländern wird der Begriff meist benutzt, um kleine Fässer zu bezeichnen oder auf den Einsatz von neuen Eichenholz-Fässern hinzuweisen.

 Batônnage

Batônnage ist der Begriff für das Aufrühren des Bodensatzes (in erster Linie Hefe) eines in einem Barriquefass vergorenen Weißweines. Bei neutralen Rebsorten, wie z. B. Chardonnay, wird dies häufig praktiziert, um dem Weinen mehr Körper und Struktur zu verleihen.

 Belemnit Kreide

Belemnit Kreide ist eine Kreideart aus dem Zeitalter Campanium (vor 84 bis 72 Mio. Jahren), welche oft an den Hängen der Montagne de Reims und Côte des Blancs anzutreffen ist.

 Belemniten

Belemniten sind fossile Tintenfische mit einem innerem Skelett und einem harten, kalkigen Hinterteil.

 Bentonit

Bentonit ist ein natürliches Gestein, welches aus unterschiedlichen Tonmaterialien besteht.

 Bidule

Bidule ist ein kleines Plastikschälchen, welches in den Hals der Champagnerflasche eingesetzt wird, um die Sedimente, welche bei der zweiten alkoholischen Gärung entstehen, leichter aus der Flasche zu entfernen.

 Biodynamie

Biodynamie im Weinbau bedeutet, dass man im Weinbau auf chemische, synthetische und mineralische Mittel verzichtet und mit Präparaten arbeitet, welche die Gesundheit der Pflanzen unterstützt. Durch den letzten Punkt unterscheidet sich auch biodynamischer vom biologischen Weinbau, bei dem nicht mit den Feldspritz- und Kompostpräparaten Hornmist (500), Hornkiesel (501), Schafgarbe (502), Kamille (503), Brennnessel (504), Eichenrinde (505), Löwenzahn (506) und Baldrian (507) gearbeitet wird. Weiterhin erfolgt die Weinbereitung mit natürlicher Hefe. Auf Schönen und Filtration wird verzichtet. Die Zugabe von Schwefeldioxiden ist zulässig, sollte jedoch geringstmöglich erfolgen. Es existieren mehrere Organisationen (Demeter, biodyvin, Respect, etc.), welche biodynamische Weine zertifizieren. Um als biodynamisch ausgewiesen zu werden, müssen die Weine zunächst als biologisch zertifiziert sein. Der entscheidende Unterschied zwischen biologischem und biodynamischem Anbau liegt in den Präparaten, die auf Kompost, Boden und Reben gesprüht werden.

 Biologischer Säureabbau

Biologischer Säureabbau – siehe Malolaktische Gärung

 Biowein

Biowein – siehe organischer Wein

 Biskuit

Biskuit Noten findet man bei gereiftem Champagner, welche über einen hohen Anteil Pinot Noir verfügen. Bei Champagnern mit hohem Chardonnay Anteilen entstehen beim Reifen verstärkt Röstaromen.

 Blanc de Blancs

Blanc de Blancs ist der Begriff für weißen Champagner, welcher ausschließlich aus weißen Trauben, in erster Linie Chardonnay, erzeugt wird.

 Blanc de Noirs

Blanc de Noirs bezeichnet weißen Champagner, welcher ausschließlich aus roten Pinot Noir- und / oder Meunier-Trauben erzeugt wird. Durch eine sanfte Pressung wird lediglich der Saft der Traube, nicht aber die farbgebenden Stoffe aus der Haut, gewonnen.

 BLIK

BLIK – ist eine Abkürzung, die für die Attribute Balance, Länge, Intensität und Komplexität steht. Nach dieser Formel lässt sich zuverlässig die Qualität eines Weins oder Schaumweins bestimmen.

 blumig

Blumig bezeichnet einen Wein, dessen Aroma über dominante aber dennoch positive Noten verfügt, die mit dem Duft von Blumen beschrieben werden können.

 Böckser

Böckser ist ein unangenehmer Geruch und Geschmack, welcher einen Weinfehler darstellt. Siehe auch Thiole und Lichtböckser

 Bodensatz

Bodensatz -  siehe Depot.

 brandig

Brandig ist ein Wein, wenn sein Alkohol unangenehm und aufdringlich im Vordergrund steht.

 breit

Breit ist das Gegenteil von straff. Der Wein erscheint im Mund fruchtbetont, weich und wenig strukturiert. Dies ist nicht automatisch negativ, jedoch auch keine Bezeichnung für ein Spitzenprodukt.

 Brettanomyces

Brettanomyces ist ein unerwünschter Hefepilz, welcher zu einem fehlerhaften Wein führt. Er führt zu Aromen, die an Pferdestall, Leder, Teer und „nasses Fell“ erinnern. Am Gaumen wirkt dieser Weinfehler staubig, erdig, metallisch und auszehrend. Wie so oft macht auch hier die Dosis das Gift. Geringe Mengen an Brettanomyces können einen Wein bereichern während höhere Mengen ihn dominieren und einen Weinfehler verursachen, der auch „Brett“ genannt wird. 

 Brillanz

Brillanz bezeichnet einen Wein, der über eine hohe Säure verfügt und gleichzeitig sehr klar wirkt.

 

 Brioche

Brioche verwendet man, wenn ein Wein hefige, teigige Aromen hat. Man findet Brioche bei jungen Champagnern mit einer gelungene Autolyse und ungefähr einem Jahr Reife nach dem Degorgieren.

 Brut Nature

Brut Nature – siehe Dosage

 Brut-sans-année

Brut-sans-année ist der französische Begriff für einen non-vintage mit einer Brut-Dosage.

 Brut

Brut – siehe Dosage

 Butterscotch

Butterscotch – siehe Karamellbonbon

 buttrig

buttrig  - siehe Karamellbonbon

 Cava

Cava benennt Schaumwein aus Spanien, der mit der traditionellen Flaschengärung hergestellt wird. 

 Champagner Methode

Champagner Methode – siehe traditionelle Flaschengärung

 Champagner-Winzer

Champagner-Winzer – siehe Vigneron

 Chaptalisation

Chaptalisation – siehe Anreichern

 Charakter

Charakter hat ein Wein, wenn er mehr als nur rund, zugänglich und austauschbar ist. Somit hat ein charaktervoller Wein Ecken und Kanten. Er ist wiedererkennbar, kann aber auch polarisieren.

 Chardonnay

Chardonnay ist die einzige relevante weiße Rebsorte in der Champagne. Sie macht  etwas weniger als ein Drittel der angebauten Reben aus. Die Rebe ist die bevorzugte Sorte der „Côte des Blancs“, wird aber auch in den anderen Regionen zunehmend angebaut. Komplexität, Eleganz, Frische und eine lange Lagerfähigkeit sind hervorstechende Attribute vom Chardonnay der Champagne. 

 Charmat Methode

Charmat Methode benennt seit 1907 die Massenproduktionsweise von Schaumwein, bei der die zweite Gärung in einem geschlossenen Behältnis, Fass oder Tank, stattfindet. I.d.R. wird dazu minderwertiges Lesegut genutzt und genießt somit einen zwiespältigen Ruf. Die Methode eignet sich aber hervorragend für die Produktion von Schaumweinen aus aromatischen Sorten wie Glera, Muskateller, Riesling oder auch Sauvignon Blanc.

 Chef de caves

Chef de caves ist in Frankreich die Bezeichnung für den Kellermeister.

 CIVC

CIVC – siehe Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne

 Clos

Clos ist die historische Bezeichnung für einen ummauerten Weinberg, auch falls die Mauern nicht mehr existieren.

 Coccolith

Coccolith ist ein maritimer Mikroorganismus, welcher in Skelettform in Kalkgranulat enthalten ist. Das Granulat ist Hauptbestandteil des Kreidegesteins.

 Coeur de la Cuvée

Coeur de la Cuvée bezeichnet den hochwertigsten Saft, welcher beim Pressen der Trauben gewonnen wird. Es ist der mittlere Saftanteil der ersten Pressung, die auch Cuvée genannt wird.

 Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne (CIVC)

Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne ist die berufsübergreifende Vereinigung der Champagner-Häuser und -Winzer und vertritt als halbstaatliche Organisation die Interessen der unterschiedlichen Berufsgruppen der Champagne. 

 Coopération Manipulation (CM)

Coopération Manipulation (CM) – siehe Status der Champagner Erzeuger

 Coquard-Presse

Coquard-Presse ist die traditionelle, breite und flache Holzkorbpresse, die heute noch häufig verwendet wird.

 Côte des Bar

Côte des Bar nennt sich das Champagnergebiet, das sich südöstlich der Stadt Troyes im Département Aube erstreckt. Es ist damit eine gute Autostunde von Epernay entfernt und deutlich schneller von Chablis, dem nördlichen Tiel Burgunds, zu erreichen. Die Côte des Bar umfasst rund 8.000 Hekter, die überwiegend mit Pinot Noir bepflanzt sind. Ein Grossteil der Ernte gelangt in die Erzeugnisse der grossen Champagnerhäuser im Département Marne. Daneben gibt es kleine Produzenten, die Champagner von großer Authentizität produzieren.

 Côte des Blancs

Côte des Blancs ist das Champagnergebiet, das sich südlich von Epernay erstreckt und ca. 3.300 Hektar umfasst. Es ist ein relativ homogener Streifen über 20 km von Nord nach Süd mit Hängen die überwiegend nach Osten abfallen. Die Humusauflage auf der Kreide fällt häufig sehr gering aus (20 cm), so dass die Wurzeln der Reben tief in das Gestein ragen. Chardonnay ist mit 95% die Rebsorte der Côtes des Blancs. Nur ganz im Norden und Süden finden sich ein paar Pinot Noir Weinberge.

 Coteaux Champenois

Coteaux Champenois ist der Name für Stillwein, welcher in in sehr geringen Mengen in der Champagne produziert wird. Coteaux Champenois rouge, also Rotwein, wird dabei häufiger als Weißwein, Coteaux Champenois blanc, produziert. Zudem gibt es auch winzige Mengen von Rosé, der auch Rosé des Ricey genannt wird.

 Crayères

Crayères ist der Name von Kreidesteinbrüchen, welche über- oder unterirdisch angelegt wurden. Manche unterirdische Crayères werden als Weinkeller in Reims genutzt.

 Crémant

Crémant ist die ehemalige Bezeichnung für Champagner mit weniger Druck und Kohlensäure (2 bis 3 bar statt 5 bis 6 bar). Diese Bezeichnung ist in der Champagne allerdings seit 1994 nicht mehr erlaubt. 

 Cremig

Cremig bezieht sich auf die Textur Champagners, welche auf einer feinen Perlage und unaufdringlichen malolaktischen Noten beruht. Diese Textur ist am ehesten hinten am Gaumen bemerkbar und kommt hauptsächlich in Chardonnay basierten Cuvées vor.

 Cru

Cru bezeichnet in Frankreich eine Weinbaugemeinde oder einen Weinberg.

 Cuvée

Cuvée bezeichnet den ersten Saft, der beim Pressen gewonnen wird. Die Menge ist in der Champagne gesetzlich bestimmt: Aus 4.000 kg Trauben dürfen nur 2.050 Lite gewonnen werden. Weiterhin wird der Begriff Cuvée auch als Synonym für Assemblage verwendet.

 Massiv de Saint Thierry

Das Massiv de Saint Thierry liegt im Nordwesten von Reims. In einer hügeligen Landschaft mit Wäldern und Weinbergen, die nach Nordost und Südost ausgerichtet sind, stehen überwiegend Meunier und Pinot Noir Trauben auf Ton-, Sand- und Mergelböden. Die wichtigsten Orte sind Merfy, Saint-Thierry, Hermonville und Cauroy-lès-Hermonville.

 Débourbage

Débourbage benennt das Absetzen der Trübstoffe im Most nach dem Pressen.

 Dégorgement à la Glace

Dégorgement à la Glace bedeutet wörtlich übersetzt „geeistes Degorgieren“. Hierzu wird das Hefelager, welches durch Remuage in den Flaschenhals befördert wurde zuerst in einem Solebald (-20°C) gefroren. Anschließend befördert der in der Flasche vorhandene Druck von 6 bis 7 bar den Eispropfen aus der Flasche, sobald der Kronkorken entfernt wird.

 Dégorgement à la Volée

Dégorgement à la Volée bedeutet wörtlich übersetzt „fliegendes Degorgieren“. Da hier das Hefelager nicht wie beim Dégorgement à la Glace gefroren wird, nennt man diese Methode auch "warm Degorgieren". Sie wird bei Kleinstproduktionen oder dem spontanen Bedarf von Champagner, welcher noch auf der Hefe liegt, angewandt. Die Technik bedarf einiger Übung und Geschicklichkeit, denn die Schwierigkeit beim Dégorgement à la Volée besteht darin, die Hefe vollständig zu entfernen und dabei aber nicht zu viel Champagner zu verlieren.

 Dégorgement Tardive

Dégorgement Tardive bedeutet, dass ein Champagner deutlich längere auf der Hefe gereift ist und dementsprechend später degorgiert wird.

 Degorgieren

Degorgieren ist der Prozess mit dem das Hefelager nach der Zweiten Gärung aus der Flasche entfernt wird. Dies geschieht maschinell (Dégorgement à la Glace) oder manuell (Dégorgement à la Volée). In beiden Fällen wird zuvor das Depot durch Remuage in den Flaschenhals befördert. Anschließend wird die Dosage eingefüllt und die Flasche erneut verschlossen.

 

 Dekantieren

Dekantieren wird unterschiedlich gehandhabt. Es bezieht sich einerseits auf einen Wein, dem durch das Umfüllen aus der Flasche in eine Karaffe mit einer großen Oberfläche Luft zugeführt wird. Seine Aromen soll sich dadurch entwickeln, d. h. er kann veränderte Aromen freisetzen. Zudem könnte das Tannin von Rotwein etwas weicher werden. Die Dauer in der Karaffe hängt vom Wein ab und kann von wenigen Minuten bis über mehrere Stunden variieren. Die meisten Rotweine ab einem Preis von 10 bis 15 Euro profitieren von einem Luftkontakt. Ebenso wie sehr guter, junger Weißwein. Manche Champagner profitieren ebenfalls davon, wenn sie mehrere Minuten in einer Karaffe Luft ausgesetzt werden, auch wenn Sie dabei Kohlensäure verlieren. Andererseits kann man Weine, die über ein Depot verfügen in eine Karaffe dekantieren, um sie von ihren Trubstoffen zu befreien. Dabei füllt man eine Flasche, die zuvor bereits mehrer Stunden aufrecht stand, vorsichtig in eine Karaffe um. Wenn dies über einer Lichtquelle erfolgt, kann man durch das Flaschenglas erkennen, wann sich trüber Wein mit Depot dem Flaschenhals nähert und das Umfüllen beenden.

 Demi-Sec

Demi-Sec – siehe Dosage

 Depot

Depot ist der Bodensatz in der Flasche welcher nach längerer Lagerzeit entsteht. Diese Ablagerungen sind nicht negativ. Depot trübt den Wein, was durch Dekantieren aufehoben werden kann. Bei unfiltrierten Weinen kann frühzeitig ein intensives Depot entstehen.

 Côte de Sézanne

Der 1.500 Hektar umfassende Bereich Côte de Sézanne wurde erst in den 1970er Jahren angelegt. Er erstreckt sich südwestlich der Côte de Blancs um die Stadt Sézanne. In der hügeligen Landschaft wird in südöstlicher Ausrichtung auf Lehmböden und Kreide hauptsächlich Chardonnay angebaut. Die meisten Winzer verkaufen ihre Trauben an Négotiants und Genossenschaften. Nur wenige erzeugen Champagner unter eigenem Namen. Doch werden es langsam mehr, so dass das enorme Potential dieser Region deutlicher und bekannter wird.

 Deutscher Sekt

Deutscher Sekt ist ein Schaumwein, der ausschließlich aus in Deutschland angebauten Trauben hergestellt wird. Es kann dabei jede Herstellungsmethode angewandt werden. Die Tankmethode ist die am weitesten verbreitete Methode. Die Angabe von bis zu zwei Traubensorten ist möglich. Der Wein sollte wenigstens 10 Monate alt sein, wenn er in den Verkauf geht.

 Diacetyl

Diacetyl ist ein organische chemische Verbindung aus der Gruppe der Ketone. Es entsteht im Wein bei der Malolaktischen Gärung und verbreitet eine buttrige Note.

 Diam

Diam nennt sich eine Marke des Produzent Oeneo für alternative Weinverschlüssen. Mytik heißt die Variante für Schaumweine. Bei der Herstellung wird Naturkork fragmentiert, gegen Korkgeschmack mit dem Diamant-Vefrahren behandelt und mit Kleber zu Korken zusammengefügt. Beim Diamant-Verfahren wird feines Korkgranulat mit superkritischem Kohlendioxid vermischt. Superkritisch bezeichnet einen Zustand zwischen flüssig und gasförmig, der bei Kohlendioxid ab einem Druck von 74 bar und ab 31°C auftritt. In dieser Umgebung werden aus dem Korkgranulat Verbindungen wie TCA gelöst, welche für den Korkgeschmack verantwortlich sind. Aufgrund der Verlässlichkeit des Verfahrens, steigt die Nachfrage für diese Champagnerverschlüsse in den letzten Jahren stetig an.

 Dosage

Dosage ist ein Gemisch aus Wein und Zucker. Die Fülldosage (liqueur de tirage) beinhaltet noch Hefe, Hefenährstoffe sowie Rüttelhilfen und wird dem Grundwein für die zweite Gärung hinzugefügt. Die Versanddosage (liqueur d'expédition) kommt nach dem Degorgieren in die Flasche, um zum einen das Flaschenniveau aufzufüllen und zum anderen die finale Süße des Champagners einzustellen. Verwendet werden Rübenzucker oder Rohrzucker und Wein, der hinsichtlich seines Alters und seiner Eigenschaften durch die Lagerung (z. B. in Barriquefässern) ganz unterschiedlich ausfallen kann. In den letzten Jahren kommt als Dosage auch rektifiziertes Traubenmostkonzentrat, also eingekochter Traubensaft, welcher neben der Süße kaum weitere sensorische Eigenschaften besitzt, zum Einsatz. Weiterhin können durch die Wahl des Weins für die Dosage Korrekturen beim Champagner vorgenommen werden, die sich auf die Frische, den Körper, die Komplexität und das Aroma auswirken. Der Versanddosage wird in der Regel auch etwas Schwefel beigefügt, um die Oxidation durch das Öffnen der Flasche in Grenzen zu halten. 

Folgende Süßegrade sind bei Schaumweinen in der EU gesetzlich geregelt:

brut nature / zero / ultra / integral / non dosé:    0 - 3 g/l Restzucker
extra brut:                                                                0 - 6 g/l Restzucker
brut:                                                                          0 - 12 g/l Restzucker
extra dry / sec / trocken:                                       12 - 17 g/l Restzucker
sec / dry / trocken:                                                 17 - 32 g/l Restzucker
demi-sec / half dry / halbtrocken:                        32 - 50 g/l Restzucker
doux:                                                                        50 g/l oder mehr

 Dosage zero

Dosage zero – siehe Dosage

 Doux

Doux – siehe Dosage

 druckvoll

Druckvoll steht für ein postives, sehr feines Druckgefühl, das ein Wein auf der Zungenmitte und an der Mitte des Gaumens hinterlassen kann.

 dünn

Dünn bezeichnet einen Wein, dem es an Körper und Frucht fehlt. 

 Echelles de Crus

Echelles de Crus ist ein System nach dem bereits 1911 die Champagner Gemeinden (heute 324) auf einer Skala von 80 bis 100 Punkten bewertet und in Grand Cru (17), Premier Cru (44) sowie nicht klassifizierte Gemeinden unterteilt wurden. Bis 1999 wurden die Traubenpreise nach diesem System festgelegt. Danach wurde das System außer Kraft gesetzt.
Die Bewertung erfolgte nach folgenden Kriterien: Kreidegehalt der Böden, Tiefe der Kreideschichten, Mirkoklima, Höhe und Neigung der Weinberge. Grand Cru Gemeinden mussten 100 Punkte erreichen.

 eckig

eckig – siehe kantig

 Eichenholz

Eichenholz ist das gebräuchlichste Holz, um daraus Fässer für das Lagern und Reifen von Wein zu produzieren. Das in der Eiche vorhandene Aldehyd Vanillin gibt hierbei oft ein Aroma in den Wein ab, welches an Vanille erinnert. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen französischem und amerikanischen Eichenholz. Während die französische Eiche als feiner und edler gilt, wird die amerikanische Eiche eher als weniger komplex und etwas rustikaler angesehen. Die französische Eiche ist vor der Erstellung der Fässer über Jahre der Witterung ausgesetzt, welche die flüchtige Aromen beseitigt. Das amerikanische Eichenholz hingegen wird in der Regel ofengetrocknet und zersägt. Durch das Sägen werden mehr Zellen verletzt, was dazu führt, dass der Wein in kürzester Zeit intensiv den flüchtigen Aromen des Holzes ausgesetzt wird. Französische Eiche kann man dagegen spalten, so dass weniger flüchtige Aromen freigesetzt werden. 
Amerikanisches Eichenholz gibt fügt den Weinen häufig Kokos-, Karamell- und Toffeenoten zu. Weiterhin werden Röstaromen je nach Grad des Toastings (Anbrennen des Holzes über offenem Feuer) beigefügt. 

 einfach

Einfach steht für einen zugänglichen, unkomplizierten und süffigen Wein / Champagner.

 Einstiegswein

Einstiegswein ist ein Wein von sehr einfacher Qualität, der sehr günstig, aber fehlerfrei und balanciert ist; er wert ist getrunken zu werden. 

 elegant

Elegant ist ein Synonym für geschmeidig, finessenreich und stilvoll. 

 En foule

En foule bedeutet wörtlich übersetzt „im Haufen“. Damit wird ein Weinberg bezeichnet, bei dem man neue Reben gewinnt, indem man einfach die Triebe vorhandener Reben nimmt, auf den Boden zieht und mit einen Stein beschwert. Die Pflanze bildet neue Wurzeln und eine eigene Pflanze. Diese alte Methode der Vermehrung führ dazu, dass die Anordnung der Pflanzen willkürlich und nicht in Reihen erfolgt.

 engmaschig

Engmaschig beschreibt Rotwein, dessen Tannin sehr harmonsich, gleichmäßig und feinkörnig wirkt. 

 Entwicklung

Entwicklung benennt die geschmackliche Veränderung eines Weins sobald er ins Glas geschenkt wurde oder auch über die Jahre in der Flasche.

 erdig

Erdig ist ein Wein, wenn er Noten hat, die an einen Acker, Felder nach Regen oder auch an Waldboden erinnern.

 Erstbelegung

Erstbelegung ist das erstmalige Befüllen eines Holzfasses. Das Holz war noch nicht in Kontakt mit Wein und dadurch werden sehr viele Aromastoffe aus dem Holz, wie auch Holztannin an den Wein abgegeben. Je öfter ein Holzfass benutzt wird, desto geringer wird die Aromaabgabe.

 Ester

Ester sind Verbindungen die aus der Reaktion von Säure mit Alkohol oder Phenolen entstehen. Es können süßliche Aromen entstehen, die an Apfel, Banane oder Erdbeere erinnern aber auch Noten, die man mit Lösungsmittel und Nagellack in Verbindung bringt.

 expressiv

Expressiv benutzt man für einen ausdrucksstarken Wein.

 Extra brut

Extra brut – siehe Dosage

 Extra sec

Extra sec – siehe Dosage 

 Extrakt

Extrakt ist ein Begriff, der die nicht flüchtigen Inhaltsstoffe eines Weins in Gramm pro Liter angibt. Dies sind im wesentlichen Zucker, nicht flüchtige Säuren, Farb- und Gerbstoffe, Glycerin, Eiweiße, Aminosäuren sowie Mineralstoffe und Spurenelemente. Zuckerfreier Extrakt berücksichtigt dabei den Zucker nicht. Der Extrakt von einem Liter trockenen Wein liegt in der Regel zwischen 15 und 35 Gramm. Extrakt macht den Wein rund, voll, saftig, cremig und verleiht ihm Länge. Er unterstützt auch das Gefühl von Körper. Wein mit wenig Extrakt wirkt schlank oder gar dünn, ausgezehrt, unharmonisch und kurz.

 Feinoxidation

Feinoxidation bezeichnet beim Ausbau eines Weines eine geringe Sauerstoffzufuhr, welche zur Reifung des Weins beiträgt.

 fest

fest – siehe Zupackend. Zupackend ist ein positiver Ausdruck für einen harmonischen Wein, der über viel Säure und evtl. auch Tannin verfügt. 

 fett

fett – siehe üppig 

 filigran

Filigran beschreibt Wein, der über besonders feine Aromen, eine frische Säure, einen schlanken bis mittleren Körper und bei Rotwein über ein engmaschiges, nicht zu hohes  Tannin verfügt.

 Filtrieren

Filtrieren ist ein Verfahren, bei dem Partikel auf physikalischem Weg aus dem Wein nach der Gärung (Hefen) oder während der Reifung mittels eines Filters entfernt werden. Gewöhnlich wird Wein vor der Abfüllung filtriert, um sicherzustellen, dass der Wein klar ist. 

 Finesse

Finesse hat ein Wein, wenn er über Frische, Komplexität, Harmonie und eine hohe Qualität verfügt.

 Finish

Finish – siehe Abgang

 Firne

Firne ist ein Ausdruck für weit entwickelten Wein: wenn er also über einen hohen Anteil reifer Aromen verfügt, die dann z. B. auch an Lack erinnern. 

 flach

Flach bezeichnet einen Schaumwein, der seine Mousse gänzlich verloren hat.
Weiterhin kann flach auch bedeuten, dass der Wein schlaff wirkt, was sich oft auf fehlende Frische und Säure bezieht.

 Flaschenabweichungen

Flaschenabweichungen oder -varianzen bezeichnet die Abweichungen, die der gleiche Wein von Flasche zu Flasche zeigen kann. So kann eine nicht identische Sauerstoff-Durchlässigkeit des Naturproduktes Korken Weine über Jahre voneinander unterschiedlich entwickeln lassen.

 Flaschenformate

Flaschenformate für Champagner gibt es neun:
Viertelflasche (20 cl)
Halbe Flasche (35 cl) 
Normalflasche (0,75 l) 
Magnum (1,5 l) 
Jeroboam (3 l) 
Methusalem (6 l) 
Salmanazar (9 l) 
Balthazar (12 l) 
Nebukadnezar (15 l).

 Flaschengärung

Flaschengärung – siehe Transversier Methode

 Flaschenreife

Flaschenreife bezeichnet den Zeitraum vom Degorgieren eines Champagners bis er getrunken wird. Gute Champagner profitieren von einer Flaschenreife unter guten Bedingungen. Sie können an Komplexität gewinnen, z. B. Röstaromen und  Weichheit.  Zwei Jahre entwickeln sich die meisten Champagner sehr gut. Bessere Champagner gewinnen über fünf bis zehn Jahre Flaschenlagerung und in Ausnahmefällen können Spitzenchampagner mehrere Jahrzehnte reifen. 

 

 fleischig

Fleischig bezieht sich auf Weine mit reichlich Frucht und Extrakt und basiert i.d.R. auf einer guten Struktur des Weins.

 Flight

Flight bezeichnet bei einer größeren Verkostung eine von mehreren Runden mit mehreren  Weinen.

 Flüchtige Säure

Flüchtige Säuren die in Wein vorkommen können sind Essig- und Kohlensäure, sowie Butan-, Methan- und Propansäure. Geringe Mengen haben entscheidenden Einfluss auf das Aroma und den Geschmack eines Weins. In hohen Konzentrationen sind sie jedoch ein Anzeichen für fehlende Stabilität und Konstanz.

 Flute / Flöte

Flute / Flöte ist ein schmales Schaumweinglas, das sich für hochwertige Schaumweine nicht eignet, da sich diese darin nicht entfalten können.

 Foudre

Foudre ist der französische Begriff für ein grosses Eichenfass, typischerweise mit einer Kapazität von 2.000 bis 12.000 Litern.

 Frische

Frische bedeutet für einen Wein / Champagner, dass er über eine hohe Säure, einen schlanken bis mittleren Körper und eine kühle Aromatik verfügt, die an Zitrusfrüchte, gelbe Früchte und nassen Kalk erinnert.

 Fromenteau

Fromenteau – siehe Pinot Gris

 Früchtebrot

Früchtebrot – siehe Trockenfrüchte

 fruchtig

Fruchtig steht für Wein, dessen Aroma in erster Linie von Früchten geprägt ist.

 Fülldosage

Fülldosage – siehe Dosage

 Fülle

Fülle bezeichnet den vollen Körper eines Weins. Oftmals hat ein fülliger Wein einen geringeren Säuregehalt.

 Fût

Fût bezeichnet das standardisierte, leere Eichenfass in der Champagne mit einem Fassungsvermögen von 205 Litern. Wenn es gefüllt ist, nennt man es Pièce. Siehe auch Barrique.

 Ganztraubenpressung

Ganztraubenpressung steht für eine Art der Pressung bei der die Trauben ohne sie vorher zu quetschen gepresst werden. In der Champagne werden die Trauben ausschlich so verarbeitet. 

 Gärung

Gärung bezeichnet die Umwandlung von Zucker zu Alkohol durch Hefe. Kohlendioxid, Wärme und neue Aromenverbindungen entstehen dabei als Nebenprodukte. 

 gehaltvoll

Gehaltvoll bezeichnet einen kräftigen und körperreichen Wein, der reich an Aromen, Korper und Alkohol ist.

 geschmeidig

Geschmeidig ist ein positiver Begriff für ein weiches, cremiges und wohliges Mundgefühl, das ein Wein hinterlassen kann. 

 

 Grand Cru

Grand Cru hat in Frankreich mehrere Bedeutungen: 

Im Burgund werden Weinberge von überschaubarer Größe, mit weitgehend homogenen Bedingungen als Grand Cru bezeichnet. Von hier stammten im Allgemeinen die besten und teuersten Weine der Region. Darüber hinaus gibt es noch Weinberge die als Premier Cru eingestuft sind sowie nicht klassifizierte Weinberge, die man Ortschaften (Villages) zuordnet.

Im Elsass hat man Grand Cru Lagen, die im Gegensatz zum Burgund oft etwas größer und heterogener mit ihren Voraussetzungen und Bedingungen sind. Premier Cru Weinberge gibt es im Elsass nicht. 

In der Champagne werden gleich ganze Ortschaften (insgesamt 324) als Grand Cru (17 Gemeinden) oder auch Premier Cru (44 Gemeinden) oder auch nicht als klassifiziert eingestuft. Einerseits kommen aus Grand Cru Ortschaften oft hervorragende Trauben und Champagner. Andererseits haben alle Weinberge einer Ortschaft den höchsten Status. Auch diejenigen, deren  Bedingungen nicht von höchster Güte sind. Somit ist die qualitative Bedeutung von Grand Cru in der Champagne verwässert. Sie tragen rund 10 Prozent zur Gesamtproduktion bei. Siehe auch Premier Cru und Echelles de Crus.

Im Bordeaux hat der Begriff wiederum eine andere Bedeutung. Hier wird der Begriff zur Klassifizierung von Weingütern und nicht zur Bewertung von Weinbergen verwendet.

 Grandes Marques

Grandes Marques ist ein aus dem 19. Jahrhundert gebräuchlicher Ausdruck für Qualitätsproduzenten in der Champagne. Heutzutage bezieht sich der Ausdruck auf große, bekannte Häuser, die sich als internationale Marken etabliert haben.

 griffig

Griffig bezieht sich im Allgemeinen auf einen Wein mit einer guten Tanninstruktur. Bei Schaumwein können zwar auch Tannine z. B. von der Lagerung des Grundweins im Barrique zu finden sein, hier bezieht sich der Begriff aber eher auf das Zusammenspiel von Mousse und Säure.

 grob

grob – siehe rau

 großzügig

Großzügig beschreibt einen Wein, der über viel Frucht und Komplexität verfügt.

 Grundwein

Grundwein – siehe Vin Clair

 Gummi Arabicum

Gummi Arabicum ist ein natürlicher Emulgator (Verdickungsmittel), der das Gefühl von Süße und Körper vermittelt und aus bestimmten Akazienbäumen gewonnen wird. Bei der Produktion von Schaumwein wird Gummi Arabicum eingesetzt, um vor allem Bitterkeit vorzubeugen und den Körper voller erscheinen zu lassen. Zudem verbindet er als 'Kleber' die Dosage mit der Weinstruktur. In der Champagne setzt man den Stoff auch ein, um die Farbe von Rosé Champagnern zu stabilisieren.

 Gyropalette

Gyropalette ist der Begriff für eine Maschine, die das  vollautomatische Rütteln der Champagnerflaschen übernimmt. Im Gegensatz zum manuellen Rütteln (remuage) ist es deutlich platz- und zeitsparender.

 Harmonie

Harmonie bezeichnet die Balance der unterschiedlichen geschmacklichen Komponenten. Wenn Süße, Säure, Bitterstoffe, Fruchtintensität, Alkohol, Körper, Tannin bei Rotwein und die Mousse des Schaumweins zueinander ausgewogen sind, spricht man von einem harmonischen Wein.

 hart

Hart bedeutet bei Schaumwein / Wein, dass er eine hohe, scharfe Säure bei einer zu geringen, nicht balancierenden Frucht aufweist.

 hefig

Hefig bezeichnet einen Schaumwein mit leichten Hefenoten, die auch mit Brioche benannt werden. Diese Aromen sind verstärkt bei hochwertigen, jungen Schaumweinen zu finden.

 

 Höhepunkt

Höhepunkt steht für den idealen Reifegrad eines Schaumweines. Für jemanden, der Wein frischer und spritziger mag liegt der ideale Reifegrad früher als für Liebhaber reiferer Weine. Als grobe Faustregel gilt: Ein Wein behält seine perfekte Reifestufe so lange wie er gebraucht hat diese zu erreichen.

 hohl

Hohl steht für einen Wein, der im Vergleich zur Nase, auf dem Gaumen keinen richtigen Geschmack zeigt. Oft wird dies durch mangelnden Körper, Frucht oder Säure hervorgerufen.

 Holzfass vergoren

Im Holzfass vergoren (barrel fermented) bedeutet, dass die erste Gärung zum Grundwein in einem  Eichenfass stattfindet. Krug und Bollinger praktizieren dies seit Jahrzehnten mit gebrauchten, teils sehr alten Fässern. Holzkontakt bei der Gärung oder dem anschließenden Reifen in Holzfässern vor der Tirage ist inzwischen ein weitverbreiteter Trend. Viele Produzenten experimentieren damit oder bauen ihre Spitzenchampagner in kleinen Eichenfässern aus. Manche verwenden dafür auch neue Fässer, deren aromatischer Einfluss deutlich prägender ist als bei gebrauchten Fässern. Neues Holz verleiht Wein Noten von Vanille, Kokosnuss, Zedernholz oder Rauch.

 Imprägnierverfahren

Imprägnierverfahren – siehe Karbonisierung

 Jahrgangschampagner

Jahrgangschampagner sind Champagner, deren Weine ausschließlich aus einem Jahr stammen. Dabei können sie aus Weinen unterschiedlicher Rebsorten und Lagen bestehen. 

 Jetting

Jetting ist eine Technologie, die den Sauerstoffzufuhr beim Degorgieren minimal hält. Durch das schnelle Einspritzen eines winzigen Tröpfchens Weins oder geschwefelten Wassers entsteht Schaum, der die Luft und damit den Sauerstoff aus dem Flaschenhals schiebt und solange erhalten bleibt, bis der Korken die Flasche verschließt.

 jugendlich

jugendlich – siehe jung

 jung

Jung ist ein Wein, wenn sein Aroma vorwiegend von Früchten dominiert ist und er noch nicht über Reifenoten verfügt. 

 Kaffee

Kaffee ist eine Beschreibung eines Aromas, das vor allem bei hervorragenden und bestens gereiften Champagnern zu finden ist.

 kalt vergoren

Kalt vergoren bedeutet, dass die Gärung temperaturgesteuert bei 10°C bis 15 °C stattfindet. Dies gibt dem Wein einen sehr frischen Geschmack mit Aromen von Apfel, Birne, Banane und Eisbonbon.

 kantig

Kantig steht für einen Wein, dessen hohe Säure oder hohes Tannin nicht eingebunden sind und der dadurch unharmonisch wirkt. 

 Karamellbonbon

Karamellbonbon bzw. Butterscotch ist eine Bezeichnung für Champagner mit einer extremen buttrigen Note. Diese kann auf die Zeit im Barriquefass zurückzuführen sein, basiert in der Regel jedoch auf Diacetyl, das bei der Malolaktischen Gärung entsteht. Bei klassischem Champagner und anderen hochqualitativen Schaumweinen sind buttrige Noten in einer hohen Konzentration unerwünscht. Aus diesem Grund wird in der Champagne eine spezielle Bakterien-Mischung für die Gärung verwendet, die den Diacetyl Anteil minimiert.

 Karbonisierung

Karbonisierung nennt man das Verfahren bei dem Perlwein entsteht, indem man Wein in einem Drucktank Kohlendioxid zuführt. Ein Injizieren in die Flasche ist auch möglich. Es entsteht eine geringe Perlage mit oft großen Luftblasen. Eine Kennzeichnung auf dem Etikett („mit zugesetzter Kohlensäure“) muss erfolgen. 
Das Verfahren wird auch Imprägnierverfahren genannt. 

 käsig

Käsig bezeichnet einen alten und fehlerhaften Champagner, bei dem vermutlich während der Gärung durch Kontakt mit dem Trubstoffen im Wein eine kleine Menge Buttersäure entstand, die sich mit der Zeit in das Ester Buthylacetat umwandelte.

 kernig

Kernig bezeichnet Wein, der über straffe Säure und Biss verfügt.

 klar

Klar bezeichnet Wein, bei dem keine Trübung zu erkennen ist. 

 knackig

Knackig bezeichnet einen Wein / Champagner mit hoher, frischer, aber angenehmer Säure. 

 Kokos

Kokos ist ein Aroma, das üblicherweise in gereiften, perfekt aufbewahrten, hochqualitativen Champagnern zu finden ist. Es kann jedoch auch durch den Einsatz von neuen Barriquefässern in Champagner gelangen.

 komplett

Komplett ist eine Bezeichnung für einen Wein, der sehr komplex ist, alle gewünschten Aromen aufweist und geschmacklich perfekt balanciert ist. Dabei hinterlässt er einen bleibenden Eindruck, an den man sich mit Freude erinnert.

 Komplexität

Komplexität bedeutet, dass ein Wein oder Champagner im Aroma und Geschmack über unterschiedliche Aromen und Facetten verfügt. Dabei spricht man von einer geringen, mittleren und hohen Komplexität. Eine hohe Komplexität ist für einen Wein ein eindeutiges Qualitätsmerkmal.

 konzentriert

Konzentriert ist ein Wein der über eine hohe Intensität, viel Alkohol und Körper verfügt.

 Korkgeschmack

Korkgeschmack ist ein häufig auftretender Weinfehler, der im Naturkork durch den Stoff TCA (Trichloranisol) hervorgerufen wird. TCA verleiht dem Wein einen muffigen, schimmligen Ton, der auch an nasse Pappe oder an einen nassen Hund erinnern kann. Die Frucht des Weines ist verschleiert oder gar verschwunden. Im Mund hinterlässt ein korkiger Wein ein penetrantes Auszehren auf der Zungenmitte, das lange unverändert bleibt und sich deutlich von Tannin unterscheidet. Zudem wirkt der Abgang deutlich verkürzt. Die Ausprägung eines Korkgeschmacks kann von seiner Intensität sehr unterschiedlich sein. Von aromatisch kaum bemerkbar bis hin zu aufdringlich penetrant. Das beschriebene Mundgefühl ist in allen Fällen vorhanden. Korkiger Wein ist in allen Ausprägungen ungenießbar. TCA kommt übrigens auch in Holzfässern, Paletten oder Balken vor. Sogar in Kartonagen kann es gelegentlich gefunden werden. Demnach ist es möglich auch in einem Wein mit Schraubverschluss Kork zu finden.

 korkig

korkig – siehe Korkgeschmack

 Körper

Körper bezieht sich auf die Viskosität eines Weins. Ein Wein mit höherer Viskosität hinterlässt ein dickflüssigeres Eindruck auf dem Gaumen: ein vollerer Körper. Die Viskosität nimmt mit der Konzentration an Alkohol, Zucker und Extrakt zu. Dementsprechend spricht man von Weinen mit schlanken, mittleren oder vollem Körper. Nichtsdestotrotz kann ein Wein, der einen leichten Körper aufweist, einen vollen Geschmack haben.

 

 Kreide

Kreide ist ein Kalkgestein mit Karbonat als Hauptbestandteil. Die Wasserspeicherfähigkeit von Kreide ist mit 300 bis 400 Liter pro Kubikmeter enorm hoch.

 Kronkorken

Kronkorken werden in der Champagner als Verschluss während der zweiten Gärung und Hefelagerung verwendet.

 kurz

kurz  - siehe Abgang

 Lagenchampagner

Lagenchampagner – siehe Lieu-dit

 Lakritze

Lakritz ist ein in Schaumwein selten vorkommendes Aroma. Es kann jedoch auftauchen, wenn Trauben durch Trockenheit und Hitze schrumpfen.

 Länge

Länge – siehe Abgang

 Late Disgorged

Late Disgorged – siehe Dégorgement Tardive

 lebendig

Lebendig beschreibt einen Champagner mit einer feinen Frucht und frischen, spritzigen Säure.

 Lichtböckser

Lichtböckser ist ein Weinfehler, der durch zu viel Lichteinwirkung hervorgerufen wird. Der Wein entwickelt Schwefelverbindungen wie Dimethylsulfid, Dimethyldisulfid oder Methzanthiol. Dadurch entstehen unangenehme Aromen, die an Käse, nasse Pappe, nasse Wolle, verbrannten Gummi, abgestandenes Wasser, alte Wasserleitungen oder Abfluss erinnern.

 Lichtgeschmack

Lichtgeschmack – siehe Lichtböckser

 Lieu-dit (lieux-dits)

Lieu-dit (lieux-dits) ist der französische Begriff für eine mit einem eigenen Namen benannte Einzellage. In den letzten Jahren kommen immer mehr Champagner auf den Markt, die aus Trauben einer einzigen Lage bestehen und den Lagennamen auf den Etikett tragen. 

 

 Liqueur d'Expédition

Liqueur d'Expédition – siehe Dosage

 Liqueur de Tirage

Liqueur de Tirage – siehe Dosage
Rüttelhilfen werden dem Grundwein bei der Tirage beigefügt, damit sich sämtliche Sedimente bei der Remuage aus der Flasche entfernen lassen. In der Regel ist es eine geringe Menge des Schönungs- und Klärmittels Bentonit, Kaolin oder Tannin.

 Lüften

Lüften – siehe dekantieren 

 Magnum Effekt

Magnum Effekt bedeutet, dass Wein in einer Magnumflasche im Verhältnis zu einer normalen Flasche nur der Hälfte des Sauerstoffs ausgesetzt ist, da sich in der Magnum die doppelte Menge Wein befindet und die Luftmenge zwischen Füllstand und Verschluss in einer Magnum- und Normalflasche gleich sind. Somit kommt Wein in einer Magnumflasche weniger mit Sauerstoff in Kontakt und reift langsamer, was für das Lagern von Wein als Vorteil angesehen wird. 
Bei Schaumwein hat der Magnumeffekt eine weitere Facette. Nach der Tirage startet die Gärung in der Magnum zwei Tage später und dauert eine Woche länger. Dies ist auf die geringere Sauerstoffmenge zurückzuführen, was den Hefen ihre Arbeit erschwert. Daraus ist zu schließen, dass der gleiche Schaumwein aus unterschiedlichen Flaschengrößen sich leicht unterschiedlich entwickelt. Qualitative Rückschlüsse können aus diesem Unterschied jedoch nicht geschlossen werden.

 Maillard Reaktion

Maillard Reaktion beschreibt die Interaktion von Aminosäuren mit Zucker. Sie findet bei degorgiertem Champagner nach mehreren Monaten in der Flasche statt. Dabei entstehen Aromen, die an Brioche, Brotteig und getoastetes Gebäck erinnern.

 Malolaktische Gärung

Malolaktische Gärung ist ein Prozess, bei dem Milchsäurebakterien Apfelsäure aus dem Traubensaft in die weichere Milchsäure und Kohlendioxid umwandelt. Dies geschieht praktisch fast immer bei Rotwein, seltener bei Weiß- und Schaumwein, wo es ein stilistisches Mittel ist, um Säure abzumildern und u. U. mehr Komplexität durch die Entwicklung von laktischen Noten (Butter oder Sahne) zu gewinnen. Im Gegenzug bringt eine Unterdrückung der Malolaktischen Gärung durch Kühlen des Weins, frühzeitiger Zugabe von Schwefeldioxid oder Entfernen der Milschsäurebakterien besonders viel Frische

 Marc de Champagne

Marc de Champagne ist ein destillierter Brand aus dem Trester der gepressten Champagner-Trauben.

 Marc

Marc ist in der Champagne die Ladung von vier Tonnen Trauben mit der die traditionellen Coquart-Pressen gefüllt werden. Daraus werden für die Champagner Produktion 2.550 Liter Most (2050 Liter Cuvée und 500 Liter Taille) gewonnen. Weiterhin bezeichnet Marc einen Branntwein, der aus den Überresten der Haut, Kerne und Rispen nach dem Pressen gewonnen wird.

 marmeladig

Marmeladig bezeichnet einen körperreichen und sehr zugänglichen Rotwein, der reichlich, zum Teil überreife Frucht aufweist, aber ein bisschen gekünstelt wirkt und selten elegant ist.

 Marque d'Acheteur

Marque d'Acheteur – siehe Status der Produzenten 

 Mehltau

Mehltau sind Pilzerkrankungen bei Weinreben, die bei hoher Feuchtigkeit in den Weinbergen auftreten und bekämpft werden müssen, um nicht relevante quantitative und qualitative Ernteausfälle zu erleiden. Unterschieden wird Echter (Oidium) und Falscher (Pernospera) Mehltau. 

 Mercaptane

Mercaptane – siehe Thiole

 Metal oder metallisch

Metal oder metallisch beschreibt einen Wein, der im Aroma und Geschmack an Metall erinnert. Klassisch ist eine an Edelstahl erinnernde Note, die man in Chablis finden kann.

 Meunier

Meunier nimmt rund ein Drittel der gesamten Rebfläche in der Champagne ein. Er ist in der Lage, in Jahren mit ungünstigen Wetterbedingungen und auf Weinbergen, die etwas kühler und feuchter sind, zuverlässiger als Chardonnay oder Pinot Noir auszureifen. Meunier Weine sind geschmeidig und fruchtig. Sie besitzen ein intensives Aroma, entwickeln sich schnell und geben der Komposition der Weine einen abgerundeten Geschmack.

 Micro-Oxidation

Micro-Oxidation ist ein Vorgang bei dem sehr langsam, kleinste Mengen Sauerstoff mit Wein reagieren. Dies geschieht in Gebinden wie Barriques oder Holzfässern, da diese über das Holz ein Eindringen von Luft zulassen. Je kleiner das Gebinde ist und je dünner die Holzdauben sind, desto intensiver ist der Lufteintritt. Mircro-Oxidation stabilisiert bei Rotwein die Farbe und trägt zur Farbintensität bei und verändert harte Tannine so, dass der Wein weicher wird.

 Millésime

Millésime ist französisch und bedeutet Jahrgang bzw. Jahrgangschampagner

 mineralisch

mineralisch – siehe Mineralität

 Mineralität

Mineralität (auch Mineralik) bezeichnet einen Wein, der über eine gewisse Salzigkeit und Aromen verfügt, die an nassen Stein oder Erde erinnern. Champagner bringt man z. B. oft mit nasser Kreide, Riesling von der Mosel oder roter Priorat mit Schiefer, Pouilly Fumé mit Feuerstein oder Syrah von der nördlichen Rhône mit Granit in Verbindnung. Der Begriff Mineralität sorgt für große Debatten, da man ihn schwer in Worte fassen kann und man sich über die Herkunft der Aromen uneins ist. So gibt es die Auffassungen, dass die mineralischen Eindrücke nicht auf den Boden sondern auf Schwefelverbindungen im Wein zurückzuführen snd. 

 Mokka

Mokka ist eine Beschreibung eines Aromas, die in hervorragenden und bestens gereiften Champagnern vorkommen.

 Montagne de Reims

Montagne de Reims bezeichnet das bewaldete Hügelgebiet südwestlich von Reims. An dessen Hängen, sowie nach Osten und Nordosten von Reims, erstreckt sich das Teilgebiet der Champagne mit rund 7.000 Hektar Fläche. Die Lagen sind oftmals etwas höher und die Böden etwas schwerer als an der Côte des Blancs. Pinot Noir dominiert in dieser Region, wobei es auch einige Gemeinden mit überwiegend Chardonnay gibt, da diese über Weinberge verfügen, die sich nach Osten neigen. Auch Meunier ist anzufinden, je weiter man in den Osten der Montagne de Reims gelangt.

 Most

Most ist der durch das Pressen gewonnene Saft der Trauben vor der Gärung.

 Mousse

Mousse ist das französisch Wort für Schaum, wenn er im Mund wahrgenommen wird. Dies reicht von fein über cremig bis zu sprudelnd-aggresiv. Je kleiner und gleichmäsiger die Bläschen sind, um so feiner und homogener ist das Mundgefühl

 Mousseux

Mousseux ist französisch und bezeichnet einen schäumenden Wein. 

 Multi-vintage

Multi-vintage ist ein Champagner aus mehreren Jahrgängen, die sich durch eine besondere, für Jahrgangschampagner würdige Qualität hervorhebten Ein Paradebeispiel dafür ist Lauren-Perrier's Grand Siècle, der aus drei Jahrgängen besteht. Der Akzeptanz des Begriffes würde es helfen, wenn bei Champagnern, die mit Multi-vintage bezeichnet werden, die Jahrgänge der Grundweine auf den Rückenetikett angegeben werden würden. 

 Mundgefühl

Mundgefühl ist die taktile Wahrnehmung eines Schaumweins im Mund. Siehe auch Struktur.

 Muselet

Muselet nennt sich das Drahtgestell, welches den Korken auf dem Schaumwein sichert.

 Non-Vintage

Non-Vintage ist ein Champagner, der aus Wein von mehr als einem Jahrgang besteht. Diese Kategorie stellt mehr als dreiviertel aller produzierten Champagner. 

 Oenothèque

Oenothèque bezeichnet entweder eine Weinsammlung oder einen Weinladen. Bei Schaumweinen bezieht sich der Begriff manchmal auch auf eine verlängerte Lagerung auf der Hefe vor dem Degorgieren.

 Opulent

Opulent ist ein Schaumwein dann, wenn er voll und luxuriös wirkt. Wenn er also einen vollen Körper, intensive Aromen und eine üppige Frucht hat. 

 Organischer Wein

Organischer Wein ist eine Bezeichnung für Weine, welche mit nur minimalem Einsatz von Schwefel-Dioxid hergestellt werden und deren Trauben ohne synthetische Pestizide, Herbizide, Fungizide oder Dünger gewachsen sind. 

 Oxidation

Oxidation ist eine Bezeichnung für die Reaktion des Weins mit Sauerstoff. Oxidation setzt ein, sobald die Trauben gepresst oder zerdrückt werden, was bereits bei der Ernte geschehen kann. Auch bei der Gärung ist die Oxidation unvermeidbar. Oxidation ist für die Entwicklung eines Weines zwingend notwendig. Sie kann aber auch zu einem Weinfehler oder Verderb des Weines führen, sobald die oxidativen Aromen dominieren. 
Bei der Oxidation machen sich Aldehyd-Noten in der Nase oder am Gaumen bemerkbar. Ein Hauch davon ist im Hinblick auf die Komplexität des Weins akzeptabel. Es ist jedoch ein Zeichen für die Güte und Langlebigkeit eines Weines, wenn diese Aromen so lange wie möglich in Schach gehalten werden. Aldehyd beeinträchtigt die Fruchtigkeit und Frische eines Weines. In Schaumweinen, welche grundsätzlich von reduktiver Natur sind, sollten oxidative Aromen nicht dominieren.
Auch wenn der Champagner prinzipiell ein reduktiver Wein ist, kann auch er in die Kategorien reduktiv und oxidativ unterteilt werden. Diese Unterteilung bezieht sich auf die Art, wie die Trauben und der Wein vor der zweiten Gärung behandelt werden. Hierzu gehören unter anderem der Einsatz von Schwefeldioxid, die Art wie die Trauben gepresst werden, wie man den Most absetzen lässt und worin der junge Wein vor der Tirage reift. Gekonnt hergestellt, weist auch ein oxidativer Champagner keine Aldehyd- oder Sherry-Töne auf.

 Oxidative Aromen

Oxidative Aromen sind Noten von Apfelschale, Rosine und Haselnuss. Diese entwicklen sich mit der Zeit zu Aldehyd-Noten und einem Sherry-Ton. Ist der Wein komplett oxidiert, wird das Acetylaldehyd in Essigsäure und der Sherry-Ton in ein Essig-Aroma umgewandelt.

 Pas dosé

Pas dosé – siehe Dosage

 Perlage

Perlage bezeichnet bei einem Schaumwein die sichtbaren Bläschen im Glas. Hingegen weitläufiger Meinung, kann man aus der Größe, Menge, Gleichmäßigkeit und Dauer des Aufsteigens der Bläschen wenig Rückschlüsse auf die Qualität des Schaumweins ziehen, da die Beschaffenheit der Bläschen von vielen Faktoren wie der Produktionsart, Trinktemperatur, Beschaffenheit und Sauberkeit des Glases abhängt. 

 Perlwein

Perlwein ist der deutsche Begriff für günstigen, schäumenden Wein mit weniger als 2,5 bar Druck bei 20°C und mindestens 7 Vol.-% Alkohol. Er wird häufig mit der Charmat Methode aber auch durch Karbonisierung hergestellt. 

 Pétillance, pétillant

Pétillance, pétillant ist der französische Begriff für einen Wein, der genug CO2 enthält, um eine leichte Perlage aufzuweisen, i.d.R. bei 2,5 bis 3,5 bar.

 Petit Meslier

Petit Meslier ist eine weiße Traube mit einer enormen Säure, die im 19. Jhd. in der gesamten Champagne noch weit verbreitet war. Da ihre Erträge mit 30 bis 40 Hektoliter pro Hektar im Vergleich sehr gering sind, hat sie heute jedoch kaum noch eine Bedeutung. In der Mitte des 20 Jhd. waren noch offiziell knapp 50 Hektar mit Petit Meslier bepflanzt. Heute sind es weniger als 3 Hektar. Jedoch nehmen sich einige Qualitätsproduzenten dieser Sorte an und bestocken kleinere Flächen wieder neu.

 ph-Wert

pH-Wert gibt den sauren Charakter des Weines an. Ein niedriger pH-Wert entspricht einem hohen Säuregehalt, der Wert 7 ist neutral.

 Phenole

Phenole sind Inhaltsstoffe der Traube, die für die Adstringenz und die Bitterkeit im hinteren Gaumen verantwortlich sind. Sie sind hauptsächlich in den Stielen, Kernen und der Schale enthalten. Phenole sind besonders in Schaumweinen aus warmen Jahren zu finden, da die Sonneneinstrahlung die Bildung von besonders dicken Traubenhäuten fördert. Warme Jahre waren in der Champagne z. B. 2003 und 2005.

 Piece

Piece – siehe Fût

 Pinot Blanc

Pinot Blanc entspricht unserem Weißburgunder und ist eine weiße Sorte, die in der Champagne in sehr kleinen Mengen (ca. 80 Hektar von ca. 34.000 Hektar), am ehesten in der Côte des Bar angebaut wird. Zahlreiche Winzer experimentieren jedoch mit ihr, so dass Pinot Blanc in mancher Assemblage oder gar auch mal als reinsortiger Champagner zu finden ist.

 Pinot Gris

Pinot Gris wird auch Fromenteau genannt und ist heute in der Champagne kaum noch verbreitet. Die Traube liefert säurearme, aber körper- und extraktreiche Weißweine mit einem in der Regel eher hohen Alkoholgehalt. 

 Pinot Noir

Pinot Noir ist die klassische rote Champagner Traube und wächst auf einem guten Drittel der Anbaufläche. Er ist hauptsächlich in der Montagne de Reims und der Côte des Bar vertreten. Pinot Noir steuert Champagner Aromen von roten Früchten, Körper und eine ausgeprägte Struktur bei.

 Potential

Potential bezeichnet den Zeitraum, in dem sich ein Wein voraussichtlich postitiv entwickeln wird.

 

 Premier Cru

Premier Cru ist die zweithöchste Klassifizierungsstufe eines Weinbergs in der Champagne. Klassifiziert werden die Weinberge eines ganzen Ortes. In der Champagne gibt es 44 Premier Cru Gemeinden. Sie tragen zu rund einem Drittel der Gesamtproduktion bei. Siehe auch Grand Cru und Echelles de Crus.

 Pressure

Pressure innerhalb einer Flasche Schaumweines wird von der Temperatur und der Höhenlage bestimmt. Der Druck steigt mit der Temperatur und sinkt mit zunehmender Höhenlage. Die Oenologen haben eine Standardmessung für Druck festgelegt, um die verschiedenen Schaumweine weltweit vergleichen zu können: 20° C auf Meeresspiegelniveau.

 Prestige Cuvée

Prestige Cuvée benennt den besten und teuersten Champagner eines jeden Produzenten.

 Primäraromen

Primäraromen sind Aromen im Schaumwein die im Weinberg entstehen. Dafür sind Rebsorte, Klima, Boden, Lage und nicht zuletzt die Arbeit des Winzers im Weinberg relevant. Primäraromen lassen sich mit Früchten, Blumen, pflanzlichen Noten und erdigen Attributen (nasse Steine etc.) beschreiben.

 Prosecco

Prosecco ist der ursprüngliche Name der Rebsorte Glera, welche hauptsächlich bei der Prosecco-Herstellung verwendet wird.

 Pupitre

Pupitre ist das Gestell, in das die Schaumweinflaschen für die Remuage gesteckt werden.

 Qualität

Qualität – siehe BLIK

 Rassig

Rassig bezeichnet einen Wein, der über eine hohe, sehr lebendige, aber reife Säure verfügt. 

 Ratafia

Ratafia ist ein in der Champagne beliebter, süßer Likörwein, der aus Traubensaft und Weinbrand besteht.

 Rau

Rau ist ein, nicht negativer, Ausdruck für Rotwein, dessen Tannin etwas kratzig und austrocknend wirkt. 

 

 Rebèche

Rebèche bezeichnet den letzten Saft, der aus der Champagner-Presse austritt. Er darf nicht für die Schaumweinproduktion verwendet werden. Man kann den Saft jedoch für die Herstellung von Industriealkohol verwerten. 

 Reduktiv

Reduktiv wird ein Schaumwein, der während der Herstellung oder des Alterns sehr wenig Kontakt mit Sauerstoff hatte. Der reduktiven Charakter äußert sich durch Schwefelwasserstoffnoten, die an Feuerstein, verbrannte Streichhölzer und Schießpulver erinnern. Im extremsten Fall können sich unangenehme Noten von Gummi, verfaulten Eiern, Knoblauch, Zwiebel und gekochtem Kohl entwickeln.

 Reif

Reif ist ein Wein, der vollständig entwickelt ist. Frische und reife Aromen sind in der Balance

 Reifenoten

Reifenoten sind Aromen, welche durch die Lagerung des Weins entstanden sind.

 Rektifiziertes Traubenmostkonzentrat (RTK)

Rektifiziertes Traubenmostkonzentrat (RTK) ist ein hoch konzentrierter Zuckersirup aus Traubenmost, welcher dem Grundwein als liqueur de tirage oder dem Champagner beim Degorgieren als Dosage statt einem Zucker-Wein-Gemisch zugefügt werden kann. 

 Remuage

Remuage bezeichnet bei der Schaumweinherstellung den Prozess vor dem Degorgieren, bei dem der Hefesatz der liegend gelagerten Flasche vom Boden gelöst und in den Flaschenhals befördert wird. Dies kann durch rütteln oder mit Hilfe der Gyropalette geschehen.

 Remueur

Remueur – siehe Remuage

 Reserve Weine

Reserve Weine sind die Weine aus früheren Jahrgängen, die in Tanks, seltener auch in Fässern oder Flaschen lagern und den Grundweinen zur Champagnerproduktion hinzugefügt werden. Daraus entstehen Champagner ohne Jahrgangsangabe.

 Risikoarmer Alkoholkonsum

Risikoarmer Alkoholkonsum bedeutet, dass man bewusst und gemäßigt Alkohol trinken sollte. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sollten Frauen nicht mehr als 12 Gramm reinen Alkohol pro Tag konsumieren. Dies entspricht ca. eineinhalb Gläser (0,1 Liter) Wein mit 12 Vol-%. Bei Männern liegt der Wert bei 24 Gramm pro Tag, was ca. 0,3 Liter Wein mit 12 Vol-% entspricht. Zudem sollten Frauen und Männer an mindestens zwei Tagen pro Woche ganz auf Alkohol verzichten. Reduziertere Mengen oder der vollständige Verzicht auf Alkohol sind während einer Schwangerschaft oder der Teilnahme am Straßenverkehr geboten. Mehr Informationen finden Sie unter: https://www.kenn-dein-limit.de/Alkohol/risikoarmer-alkoholkonsum/

 Rosé des Ricey

Rosé des Ricey ist die Bezeichnung für stille Roséweine aus der Champagne, welche aus der Gemeinde Les Ricey stammen. Es ist die südlichste Gemeinde innerhalb des Anbaugebiets der Champagne und liegt im Tal der Laignes, einem linken Seitenfluss der Seine.

 Rosé

Rosé ist der aus Frankreich stammende Begriff für einen rosafarbenen Wein. Die Farbe kommt durch eine kurze (wenige Stunden bis zu ein, zwei Tagen) Kontaktzeit des Safts von Rotweintrauben mit deren Schalen. Dabei wird ein Teil der Farbe und nur wenig Tannin gelöst. Bei der Champagnerproduktion hingegen ist die gängige Methode zur Gewinnung von Rosé das Verschneiden von Weiß- mit Rotwein.

 Rural Méthode

Rural Méthode ist die Methode, einen Schaumwein mit nur einer Gärung zu erzeugen. Dabei wird der noch nicht durchgegorene Traubenmost bereits in Flaschen gefüllt und verschlossen. Dort gärt er zu Ende und das Kohlendioxid bindet sich als Kohlensäure. Auf das Degorgieren wird meist verzichtet. Die Hefe verbleibt in der Flasche. Eine Dosage wird nicht zugefügt.

 Rütteln

Rütteln – siehe Remuage

 Säbeln

Säbeln – siehe Sabrieren

 Sabrieren

Sabrieren ist eine Technik, bei der die Champagnerflasche mit einem Säbel geöffnet wird.

 Saignée

Saignée bedeutet „Aderlass“ und benennt eine Technik, mit der Rosé Wein gewonnen wird. Bei der Gärung von roten Trauben werden nach wenigen Stunden bis zu zwei Tagen 10% bis 20% des Roséfarbenen Saftes abgelassen. Daraus entsteht ein Roséwein. In der verbleibenden Maische ist der Schalenanteil konzentriert, so dass Farbe und Aroma im entstehenden Rotwein intensiviert werden. In der Champagne steht Saignée für Rosé-Champagner, die auf die oben beschriebene Art ausschließlich aus roten Trauben gewonnen werden. Dies steht im Gegensatz zur üblichen Assemblage Methode, bei der zur Herstellung eines Rosé's zwischen 85% bis 95% Weißwein und 15% bis 5% Rotwein hinzugefügt werden.

 Samtig

Samtig ist ein Schaumwein, wenn er im Mund ein angenehmes weiches, samtiges Gefühl hinterlässt.

 Sans-année

Sans-année ist der französische Begriff für non-vintage.

 Sauer

Sauer bezeichnet einen Wein, der eine hohe, oft auch unreife Säure aufweist und dem es an Frucht oder Süße fehlt, um in Balance zu sein.

 Schal

Schal bezeichnet einen Wein, der keine Frische und Frucht mehr besitzt. 

 

 Schlank

Schlank – siehe Körper

 Schönen

Schönen bezeichnet das Entfernen kleiner Partikel aus dem Wein vor dem Abfüllen. Hierfür wird dem Wein ein Schönungsmittel wie Bentonit, etc. zugefügt, welches bestimmte Bestandteile des Weins bindet und ausflockt um sie im Anschluss herauszufiltern. Mit dem Schönen wird die Weinstabilität erhöht.

 Schwarzpulver

Schwarzpulver bezeichnet ein komplexes, schwefeliges Aroma, das an Schießpulver oder Silvesterfeuerwerk erinnert. Das Geruch ist häufiger bei sehr reifen Champagner mit hohen Anteilen an Chardonnay zu finden.

 Schwefeldioxid

Schwefeldioxid wird fast allen Weinen zugefügt. Man arbeitet damit oftmals bereits bei frisch gelesenen Trauben, im Verlauf der Weinbereitung, zur Desinfektion und als Zugabe vor dem Abfüllen zur Vermeidung von Oxidation. Dabei gibt es gesetzliche Höchstwerte, die zwingend einzuhalten sind. Zu hohe, sich noch im gesetzlichen Rahmen bewegende Dosierungen können trotzdem als scharf-beißend oder frisch abgebrannten Zündhölzern wahrgenommen werden. Schwefeldioxid kann bei manchen Personen zudem allergische Reaktionen hervorrufen. Deshalb ist seit 2005 vorgeschrieben, dass Weine den Hinweis „enthält Sulfite“ auf dem Etikett tragen. Beim Qualitätsweinbau versucht man die Menge des  zugegebenen Schwefeldioxides möglichst gering zu halten, da es schädigende Auswirkungen auf das Weinaroma (rau und fruchtreduzierend) haben kann. Eine sehr kleine Zahl von Weinmachern geht noch einen Schritt weiter und verzichtet vollständig auf die Verwendung von Schwefeldioxid. Häufig geht das schief, denn kein oder zu wenig Oxidationsschutz führt zum frühzeitigen, nicht gewünschten Altern der Weine. Aldehyd-Noten und Sherry-Ton sind die Folgen. Einige Winzer verstehen es jedoch bewundernswert gut mit sehr geringem oder gänzlich ohne Zugaben von Schwefeldioxid frische und hochklassige Weine zu erzeugen. Allerdings werden bereits bei der alkoholischen Gärung kleine Menge an Schwefeldioxid auf ganz natürliche Weise produziert. Diese sind in der Regel so hoch, dass der Warnhinweis „enthält Sulfite“ (bereits ab einer Konzentration von mehr als 10 Milligramm pro Liter) auf dem Etikett vermerkt werden muss. 

 Sec

Sec – siehe Dosage

 Seidig

Seidig – siehe weich

 Sekundäraromen

Sekundäraromen entstehen bei der Vinifikation im Keller. Damit werden sich entwickelnde Gäraromen, Aromen vom Kontakt mit der Hefe, der malolaktischen Gärung, der kontrollierten Oxidation und dem Kontakt mit Eiche beschrieben.

 Sherry-Ton

Sherry-Ton bezieht sich auf den Geruch eines stärker oxidierten Weins. Bei Schaum- und Stillweinen ist es ein unerwünschter Geruch.

 Solera

Solera ist eine System zum Verschneiden von Weinen unterschiedlicher Jahrgänge aus dem Sherry-Gebiet, das auch in der Champagne in vereinfachter Weise zum Tragen kommt. In der Champagne werden Reserveweine früherer Jahrgänge in einem Tank aufbewahrt, teils für die Bereitung der Grundweine entnommen und wieder mit frischem Wein aufgefüllt. 

 Spröde

Spröde ist ein negeaitver Begriff und bezeichnet einen Wein, welcher aufgrund einer dominanten Säure oder Tannin in Kombination mit einer fehlenden Frucht, hart und rau wirkt.

 Spumante

Spumante ist der italienische Begriff für Schaumwein.

 Stahlig

Stahlig ist ein trockener Wein mit einer straffen Säure, einer zurückhaltenden Aromatik und mineralischen Noten. 

 Status der Champagner Erzeuger

Status der Champagner Erzeuger ist eine Angabe, welche auf dem Etikett vermerkt sein muss und eine Information über die Art des Produzenten gibt:

Négociant manipulant (NM): Handelshaus, das zu den eigenen Trauben größere Mengen an Trauben, Wein oder fertigen Champagner zukauft, verarbeitet und vermarktet.
Récoltant manipulant (RM): Winzerbetrieb, der Champagner aus eigenen Trauben produziert und vermarktet. Ein Zukauf von bis zu 5% Trauben oder Wein ist möglich. 
Coopérative de manipulation (CM): Champagner einer Genossenschaft.
Récoltant coopérateur (RC): Ein Genossenschaftsmitglied, das Trauben liefert und fertigen Champagner zur Selbstvermarktung zurück erhält. 
Négociant distributeur (ND): Handelshaus, das fertigen Champagner kauft und unter eigener Marke vertreibt.
Marque d'Acheteur (MA): Eigenmarken von Handelsunternehmen.

 Struktur

Struktur beschreibt bei einem Schaumwein das Zusammenspiel aller Komponenten, die im Mund taktil wahrgenommen werden können. Das sind in erster Linie das Mousse, die Säure, das Tannin, der Alkohol und die Süße. Struktur kann einem Schaumwein Dichte, Präzision und Gradlinigkeit verleihen.

 Sur Lattes

Sur Lattes bezeichnet Champagnerflaschen, welche während und nach der zweiten Gärung sowie vor der Remuage liegend gelagert werden.

 Sur lie

Sur lie beschreibt Weine, die auf der Hefe gelagert werden.

 Sur Pointe

Sur Pointe ist der Begriff für die Lagerung von Flaschen auf dem Kopf zwischen dem Rütteln und dem Degorgieren. Manchmal wird diese Lagerart auch für eine dauerhafte Lagerung von undegorgierten Weinen über Jahrzehnte verwendet, da das Sammeln der Hefe auf der kleineren Fläche am Flaschenhals die Auswirkungen des Hefekontaktes nicht zu dominant werden lassen. 

 Taille

Taille ist ein Begriff für den Saftanteil, der nach der Cuvée beim Pressen gewonnen wird. Er beträgt maximal 500 Liter und wird von vielen Qualitätsproduzenten nicht zur Erzeugung eigener Champagnern verwendet, da er aufgrund des höheren Pressdrucks mehr Bitterstoffe, Gerbstoffe und weniger Säure enthält. 

 Tank Methode

Tank Methode – siehe Charmat Methode 

 Terpene

Terpene sind Bestandteile in Weintrauben, die für ein ausgeprägt kräftiges und florales Aroma verantwortlich sind. Verstärkt sind sie in den Sorten Gewürztraminer, Muskateller und Riesling vorzufinden. 

 Terroir

Terroir ist ein Begriff für eine Identität eines Weines. Diese wird durch die Rebsorten, das Mikroklima, den Boden, die Lage (Höhenlage, Belichtung, Hangneigung, Drainage, etc.) und die Arbeit des Winzers bestimmt. 

 Tertiäraromen

Tertiäraroma nennt man Aromen, welche bei der Fruchtentwicklung (getrocknete oder gekochte Früchte)  oder Flaschenreife entstehen. Bei Schaumweinen sind es Aromen, die z. B. an Zimt, Ingwer, Muskatnuss, Toast, Haselnuss, Pilze, Heu, Leder, Waldboden, Erde, Honig, Kaffee oder Mokka erinnern.

 Textur

Textur – siehe Struktur

 Thiole

Thiole sind Schwefelverbindungen, die durch eine lange, warme Lagerung des Weins vor dem Abfüllen entstehen können. Eine Lagerung auf der Feinhefe und eine ungenügende Belüftung begünstigen diesen Prozess. Thiole haben einerseits einen intensiven Geruch, der an Lauch, Knoblauch, Kraut, Zwiebeln oder verbrannten Gummi erinnert. Ein solcher Weinfehler wird auch Schwefelböckser genannt. Andererseits sind bestimmte Thiole für die erwünschten Weinnoten Cassis, Limette und Grapefruit verantwortlich. Das Aroma von Feuerstein ist auf  Benzylthiol zurückzuführen.

 Tiefe

Tiefe beschreibt in erster Linie die Komplexität der Weinaromen.

 Tirage

Tirage bezeichnet das Füllen der Flaschen mit dem Vin Clair und dem liqueur de tirage. Anschließend werden die Flaschen mit einem Kronkorken verschlossen und kommen zur Gärung und Lagerung in den kühlen Keller.

 Toast

Toast ist einerseits ein sich langsam in der Flasche entwickelndes Schwefel-Aroma, das eigentlich mit Chardonnay assoziiert wird, jedoch auch in Weinen aus anderen Rebsorten entstehen kann. Toast wird meist erst im Nachgeschmack deutlich und ist in der Nase oft nicht erkennbar. Andererseits kann ein toastiges Aroma auch durch den Gebrauch von neuen Eichenfässern entstehen, welche während der Herstellung mit Feuer ausgebrannt werden.

 Tonneau

Tonneau ist ein Holzfass mit einem Inhalt von 900 Litern bzw. von vier Barriquefässern à 225 Litern.

 Traditionelle Flaschengärung

Traditionelle Flaschengärung bezeichnet das aufwändige Verfahren zur  Schaumweinproduktion, bei welchem die zweite Gärung in der selben Flasche stattfindet, in welcher er später verkauft und serviert wird. Diese Bezeichnung ist im Gegensatz zur Champagner Methode, welche gleichbedeutend und nur für Champagner zugelassen ist, auch international verwendbar.

 Transfer Methode

Transfer Methode – siehe Transversier Methode

 Transversier Methode

Transversier Methode ist in den ersten Schritten mit der traditionellen Flaschengärung identisch. Der Unterschied liegt darin, dass nach der Lagerung auf der Hefe keine Remuage und kein Degorgieren erfolgt, sondern dass die Flaschen geöffnet, in einen Drucktank entleert, die Hefe mittels eines Filters entfernt, die Dosage in den Tank hinzugefügt und der Schaumwein neu abgefüllt wird.

 Trockenfrüchte

Trockenfrüchte oder Früchtebrot sind Düfte, die man häufig in jungen bis mittelalten Champagnern findet, welche einen hohen Anteil an Pinot Noir haben.

 Unharmonisch

Unharmonisch ist ein Wein, wenn seine einzelnen Komponenten wie Süße, Säure, Körper, Tannin, Alkohol oder Holznuancen unrund erscheinen und negativ auffallen. 

 Üppig

Üppig bezeichnet einen Wein mit einer stark ausgeprägten Aromatik und reichlich Körper.

 Vallée de la Marne

Vallée de la Marne ist das Champagner-Gebiet um den Fluss Marne samt seiner Seitentäler, welches sich über 75 km, vorbei an Chalons-sur-Marne, Épernay und Chateau-Thierry, quer durch die Champagne zieht und die Montagne de Reims im Norden und die Côte des Blancs im Süden trennt. Es ist mit rund 11.000 Hektar das größte Gebiet der Champagne. Die Böden sind heterogen, haben insgesamt aber einen etwas höheren Lehmanteil als in den andern Gebieten. Hier gedeihen Pinot Noir im Grande Vallée de la Marne östlich von Épernay und Meunier westlich von Épernay am besten. Chardonnay ist selten anzutreffen.

 Versanddosage

Versanddosage – siehe Dosage

 Verschlossen

Verschlossen beschreibt einen Schaumwein, der wenig oder gar keine Frucht aufweist, aufgrund seiner Qualität  jedoch vermuten lässt, dass er sich noch öffnen, also fruchtige Aromen und Komplexität entwickeln wird.

 Vieilles vignes

Vieilles vignes – siehe Alte Reben

 Vigneron

Vigneron ist das französische Wort für einen Champagner Produzent, der Wein aus Trauben seines eigenen Weingutes herstellt. Lediglich 5% der Trauben dürfen hierbei zugekauft werden.

 Vin Clair

Vin Clair ist ein trockener Grundwein nach der ersten Gärung. In der Assemblage werden unterschiedliche Grundweine aus unterschiedlichen Regionen, Weinbergen, Rebsorten und Jahren zum Basiswein eines Champagners cuvetiert.

 Vintage

Vintage – siehe Jahrgangschampagner

 Voll

Voll – siehe Körper

 Weich

Weich bezeichnet einen Schaumwein, der über eine samtige Mousse verfügt und zudem geschmacklich sehr ausbalanciert ist. Dies geht meist mir einer längeren Lagerung auf der Hefe von drei und mehr Jahren einher. 

 Weinig

Weinig bezeichnet einen Schaumwein, dessen Grundweine in der Regel in gebrauchten Holzfässern ausgebaut wurde und der zudem eine überdurchschnittlich lange Zeit auf der Hefe reifte. Hierdurch gewinnt er an Reife und Weichheit.

 Wurzelrebe

Wurzelrebe ist der untere Teil eines Rebstockes, dem der obere, fruchttragenden Teil aufgepfropft wird. Dies wird seit der Verbreitung der Reblaus im 19. Jhd. praktiziert, um die Pflanzen gegen diesen Schädling resistent zu machen. Die Entwicklung und Auswahl der Wurzelstöcke ist sehr anspruchsvoll im Hinblick darauf, dass der Wurzelstock nicht nur gegen die Reblaus resistent sein soll, sondern auch zu den vorherrschenden Boden- und Klimabedingungen passen muss. Die Auswahl des Rebstocks kann zudem die Qualität, Menge und Reifezeit der Trauben und die Blüte der Reben beeinflussen.  

 Zupackend

Zupackend ist ein positiver Ausdruck für einen harmonischen Wein, der über viel Säure und bei Rotweinen auch über viel Tannin verfügt. 

Der Newsletter von einfachweinkaufen - Damit Sie nichts verpassen