Diese weißen Rebsorten sollten Sie kennen

Veröffentlicht am Mittwoch 03. August 2022

Diese weißen Rebsorten sollten Sie kennen

Wir stellen Ihnen die wichtigsten weißen Rebsorten vor.

Bernhard Meßmer

Bernhard Meßmer

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Chardonnay

Chardonnay ist nach wie vor ein Superstar. Einerseits hinsichtlich seiner Verbreitung und andererseits wegen seines qualitativen Potenzials. Es sind jedoch leider auch unzählige belanglose Chardonnay-Weine zu finden. Das liegt daran, dass die Rebsorte keinen so markanten eigenen Charakter wie Sauvignon Blanc oder Riesling hat. Chardonnay ist vielmehr in der Lage, Klima, Boden und Arbeitsweise des Winzers – also das Terroir – widerzuspiegeln. In kühlen Regionen wie im Burgund können sehr frische, elegante und facettenreiche Weine entstehen. In deutlich wärmeren Regionen fallen die Weine opulenter, weicher und deutlich milder in der Säure aus. Oft wird Chardonnay im Barrique ausgebaut. Biologischer Säureabbau, Batonnage und ein längeres Hefelager sind weitere Kellertechniken, die Chardonnay sehr gut verträgt. Kein anderer Weißwein eignet sich hierfür besser. Nach einem weltweiten Trend mit Weinen, die vom Holz oftmals schier erschlagen wurden, sind zunehmend "unoaked" oder "unwooded" Chardonnays zu finden. Auch in der Champagne spielt Chardonnay eine tragende Rolle. Die Rebe nimmt dort knapp ein Drittel der gesamten Rebfläche ein, erfreut sich jedoch sehr hoher Beliebtheit. Blanc de Blancs nennt man Champagner, der ausschließlich aus Chardonnay besteht.

Verbreitung: 

Gewürztraminer

Gewürztraminer ist eine aromatische Bouquet-Rebsorte, zu denen auch Muskateller und Scheurebe zählen. Sie ist ein hervorragender Zuckersammler. Die Weine sind oft ölig und ausdrucksstark, üppig und überschwänglich im Duft. Besonders charakteristisch sind die Aromen von Rose, Litschi und Marzipan. Aufgrund dieser Eigenschaften wurde die Sorte schon immer sehr geschätzt. Sie zählt zu den ältesten Rebsorten überhaupt und war bereits in der Antike bekannt. Meist werden die Weine halbtrocken, lieblich und edelsüß ausgebaut. Durch die für die Rebsorte typische geringere Säure wirken die Weine zusätzlich oft noch süßer als sie tatsächlich sind. Die größte Anbaufläche für Gewürztrainer befindet sich im französischen Elsass, woher auch die bedeutendsten Weine dieser Rebsorte stammen. Traditionell wird sie auch in Deutschland, Österreich und in Südtirol angebaut. In Südtirol setzten die Winzer auf trockene Varianten. Die Qualitäten können sehr unterschiedlich sein: Von ordentlichen einfachen Weinen bis hin zu hervorragenden Tropfen, die lange lagern können. Ein Ausbau im Holz findet so gut wie nie statt. Gewürztraminer passt wunderbar zu Rotschmierkäse wie Epoisses oder Munster. 

Verbreitung: 


 

Grüner Veltliner

Grüner Veltliner ist die wichtigste und weit verbreitetste Rebsorte Österreichs. Ungefähr ein Drittel der gesamten Rebfläche ist mit ihr bestockt. Grüner Veltliner entstand aus einer natürlichen Kreuzung von Traminer und St. Georgen. Sie ist jedoch nicht verwandt mit dem Frühroten Veltliner oder dem Roten Veltliner. Optimale Voraussetzungen was Boden und Klima angeht, findet sie in der Wachau, im Krems- und Kamptal, sowie im Weinviertel. Sie bevorzugt leichtere Lössböden. Auf schweren, kalkreichen Böden besteht häufig Gefahr von Chlorose (Mangelerscheinung durch Chlorophyllmangel). Grüner Veltliner ist ertragreich und zeigt häufig Aromen von Zitrusfrüchten und weißem Pfeffer. Die sehr hohen Qualitäten - in der Wachau auch Smaragd genannt - sind komplex und können sehr gut lagern.

Verbreitung: 


 

Muskateller

Ebenso wie Gewürztraminer hat Muskateller eine sehr individuelle, besonders blumige Aromenausprägung. Die Muskatellerrebe ist ebenfalls wie Gewürztraminer sehr alt, vielleicht sogar deutlich älter. Es gibt zahllose Variationen dieser Rebsorte. Am bekanntesten sind die großbeerige Muscat d‘Alexandria und die kleinbeerige, hochwertigere Muscat blancs a petits grains.

Die Weinstiele sind vielfältig: Sie reichen vom frischen, süßen und leicht-sprudelnden Moscato d’Asti über trockene, halbtrockene, liebliche, süße und edelsüße Varianten. Vor allem in Frankreich sind auch alkoholverstärkte Süßweine zu finden. Die berühmteste Schaumweinvariante ist der Asti Spumante aus dem Piemont, der hinsichtlich seiner Qualität jedoch über keinen guten Ruf verfügt. Üblicherweise werden die Weine ohne Holzeinsatz produziert.

Verbreitung: 

Pinot Blanc / Weißburgunder

Pinot Blanc fristet eher ein Nischendasein. Er wird fast ausschließlich in Europa angebaut. Häufig als Alternative oder Ergänzung zum eng verwandten Chardonnay. Die größte Rebfläche findet sich in Deutschland (Baden, Pfalz, Nahe und Rheinhessen). Aber auch in Österreich, Italien und Frankreich wächst die Rebe. Eine bedeutendere Rolle spielt Pinot Blanc in Norditalien für die Produktion von Franciacorta. Weißburgunder kann schlanke, frische und elegante Weine hervorbringen, die Chardonnay ähneln und filigraner als die Weine der "Bruderrebe" Grauburgunder ausfallen. Als „Pinot Bianco“ wirken die Weine in Norditalien oft recht neutral. Gehaltvollere Typen findet man in Deutschland, im Elsass, im Burgenland, sowie in Südtirol. Teilweise werden sie im Barrique ausgebaut. Dabei gilt es vorsichtig zu sein, da Weißburgunder schnell von den Holznoten dominiert wird.

Verbreitung: 

Pinot Grigio / Grauburgunder / Pinot Gris 

Grauburgunder bieten von einfachen und neutralen Weinen, bis hin zu konzentrierten, vielschichtigen und extraktreichen Weinen alles, wonach dem Weintrinker beliebt. Neutral als Pinot Grigio aus dem Veneto, opulent von trocken bis edelsüß aus dem Elsass, überwiegend trocken von einfach bis hochklassig und teils sogar im Barrique ausgebaut in Baden, Pfalz und Rheinhessen. Auch in Übersee ist die Rebsorte mit ihrer dort eher milden Säure beliebt. In Neuseeland und z. B. im US-Staat Washington State gibt es nennenswerte und wachsende Rebbestände. Typische Aromen sind Bittermandel, Heu und Birne. Die Säure ist moderat und oftmals ist eine leichte Bitterkeit im Abgang zu finden.

Verbreitung: 

 

Riesling

Seit Jahren erlebt die Rebsorte Riesling eine Renaissance. Denn sie gilt aufgrund ihrer Kraft, Eleganz, intensiven Aromatik und markanten Säure als die Königin der Weißweintrauben. Die Weine können wunderbar harmonisch, finessenreich, komplex, mineralisch und sehr langlebig sein. Dabei bleiben ihre Alkoholwerte meist moderat. Im Alter kann Riesling seine berühmte Petrolnote entwickeln, die im besten Fall das Aroma bereichert, aber nicht dominiert.

Aus Riesling gelingen alle Weißweinstile: trockene leichte Alltagsweine und herausragende Spitzenweine von Weltformat. Restsüße Weine und edelsüße Dessert- und Eisweine. Auch für die Sektproduktion wird Riesling häufig verwendet. Am besten gedeiht Riesling in kühlen Regionen, wie Deutschland, Österreich, dem Elsass und Südtirol. Aber auch in den kühlsten Ecken Australiens, Neuseelands und der USA ist die Rebe zunehmend häufiger anzutreffen.

Verbreitung: 



 

Sauvignon Blanc

Sauvignon Blanc stammt ursprünglich aus Bordeaux, wo man die Rebsorte heute noch in den trockenen Weißweinen teils solo oder im Verschnitt mit Sémillon und etwas Muscadelle findet. Auch für die edelsüßen Weine dieser Region (Sauternes, Basra und Cadillac) spielt sie zusammen mit Sémillon eine Rolle. Berühmt wurde Sauvignon Blanc jedoch an der Loire. In den Appellationen Sancerre und Pouilly-Fumé entstehen trockene, säurereiche und sehr mineralische Weine, die an schwarze Johannisbeere, Stachelbeere, Brennnessel und frisch geschnittenes Gras erinnern. Die ersten Sauvignon Blancs aus Marlborough auf der Südinsel von Neuseeland sind in der letzten Dekade des letzten Jahrhunderts wie eine Bombe auf den Weltmärkten eingeschlagen. Sie begeisterten durch Intensität, tropische Aromen und einer Fülle grüner Nuancen. Daraufhin wurde die Rebe äußerst beliebt, auf der ganzen Welt bei Neupflanzungen bedacht und ist heute bereits die zweitwichtigste weiße Rebe nach Chardonnay. In der Regel wird die aromatische Sorte im Stahltank ausgebaut. Varianten im Holz findet man häufiger in Graves (Bordeaux), Pouilly-Fumé und in der Steiermark.  

Verbreitung: 



 

Silvaner

Silvaner ist eine spontane Kreuzung aus Traminer und Österreichisch Weiß, stammt ursprünglich aus Österreich und kam im 17. Jahrhundert nach Deutschland, wo sie bis vor 20 Jahren die weit verbreitetste Sorte war. Heute nimmt sie hinter Riesling, Müller-Thurgau und Grauburgunder nur noch den vierten Platz ein. Vor allem auf den warmen und nährstoffreichen Keuper- und Buntsandsteinböden Frankens, auf beiden Seiten des Rheins (Rheinhessen, Pfalz und Baden, sowie Elsass) und in Südtirol fühlte sich die Rebe wohl und kann zur vollen Reife gelangen. In ihrem Verbreitungsgebiet wird sie aufgrund ihrer Frische, Fülle und ihrem Potenzial zur Komplexität auch Königin der Weißweinsorten genannt, wobei der Titel König unumstritten dem Riesling zugesprochen wird.

Verbreitung: 

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