Vallée de la Marne: minimalistische Mikroproduktion alter Schule
Cremige Textur, dichter Fruchtkern, dahinter eine präsente Säure, die diese Champagner über Jahre trägt. Im Abgang salzig mit langem Nachhall, in dem die alten Holzfässer und die zweite Gärung unter Naturkorken anklingen. Hinter Alexandre Filaine steht Fabrice Gass, der sein Handwerk fast drei Jahrzehnte im Keller von Bollinger gelernt und parallel in Damery sein eigenes Mikroprojekt aufgebaut hat. 1,5 Hektar an der Marne, organisch bewirtschaftet, in einer winzigen Scheune und im engen Keller verarbeitet wie vor hundert Jahren, alles in Handarbeit. Rund 5.000 Flaschen im Jahr, denen heute seine ganze Aufmerksamkeit gilt.
Der Name klingt nach einem Winzer, der aber so nicht existiert: Fabrice Gass hat seine Champagner nach den Großeltern Emmanuel Filaine und Marcelle Alexandre benannt. Fast drei Jahrzehnte hat er im Keller von Bollinger gearbeitet, eine seltene Schule in der Champagne, und nebenbei in Damery, am rechten Marne-Ufer unweit von Épernay, sein eigenes Mikroprojekt aufgebaut. Heute gilt Alexandre Filaine seine gesamte Aufmerksamkeit.
Damery liegt im Schatten der großen Cru-Dörfer. Auf der Échelle des Crus rangiert der Ort bei 89 Prozent, ein später Nachhall der Champagne-Aufstände von 1910, die hier ihren Anfang nahmen. Wer Fabrices Reben sieht, wird die Bewertung nicht ernst nehmen. 1,5 Hektar, verteilt auf rund acht winzige Parzellen, bewirtschaftet er allein, ohne Schild am Haus, ohne Vermarktungsapparat. Die Cuvées entstehen in einem Keller unter dem eigenen Wohnhaus, in einer Manier, wie man in der Champagne vor hundert Jahren gearbeitet hat. Konsequent, ruhig, mit der Erfahrung eines Mannes, der einen der größten Namen der Region von innen kennt.

Champagner aus einer Scheune in Damery, gemacht von einem Mann, der das Handwerk bei Bollinger gelernt hat. Das ist mehr als eine Anekdote. Fabrice arbeitet tatsächlich allein, vom Rebschnitt über die Spontanvergärung bis zum Degorgieren von Hand. Alte Holzfässer, keine Filtration, kein biologischer Säureabbau, kaum Schwefel. So entstehen dichte, cremige Champagner mit einer Säurespannung, die sie über Jahre tragen kann. Die Cuvées von Champane Alexandre Filaine sind Kleinode und Erlebnisse. Und wir sind überglücklich, Ihnen jedes Jahr ein paar Flaschen davon anbieten zu dürfen.

Das Programm von Champagne Alexandre Filaine besteht lediglich aus drei Champagnern. Den Einstieg bildet Cuvée Spéciale, ein Verschnitt aus allen drei klassischen Champagnerrebsorten mit Meunier als Tonangeber, ergänzt durch Pinot Noir und Chardonnay. Offen, mit reifer Frucht, cremiger Textur und der für den Hausstil typischen Säurespannung im Hintergrund, die den Champagner wach hält. Cuvée DMY, deren drei Buchstaben für Damery stehen, beruht auf demselben Rebsortenverhältnis, durchläuft aber eine deutlich längere Reifephase und kommt knochentrocken in die Flasche, woraus mehr Mundtiefe und ein salziger Nachklang entstehen, ohne dass die lebhafte Säure verloren geht.
Die Tête de Cuvée heißt Cuvée Sensuum Vertigo und entsteht aus einem einzigen Jahrgang, mit Pinot Noir als Hauptanteil und kleineren Mengen Chardonnay und Meunier. Im Glas ein Champagner mit Schulter und Tiefe, dichtem Fruchtkern, feiner Perlage und einem langen, ruhigen Nachhall, der seine ganze Spannweite oft erst nach weiteren Jahren im Keller zeigt.

Die 1,5 Hektar Reben in Damery verteilen sich über rund acht Parzellen, alle organisch bewirtschaftet, ohne Zertifizierung, weil rund um Fabrices Weinberge die Nachbarn anders arbeiten. Er pflügt die Böden, verzichtet auf Herbizide und lässt zwischen den Reben Gras, Spargel und andere Pflanzen wachsen, die das Bodenleben in Gang halten. Die Erträge sind klein, die Trauben kommen mit auffallend niedrigem pH-Wert in den Keller, woraus sich der von selbst ausbleibende biologische Säureabbau erklärt. Fabrice arbeitet in seiner winzigen Scheune und dem engen alten Keller einfach so, wie es schon vor 100 Jahren geschah. Gepresst wird mit einer alten Korbpresse (mit nur 2.000 kg Fassungsvermögen), die Mostvergärung läuft spontan in Holzfässern, die Fabrice noch aus seiner Bollinger-Zeit mitgebracht hat, manche stammen aus den 1920er Jahren. Filtriert oder kältestabilisiert wird nichts, geschwefelt wird kaum. Die zweite Gärung in der Flasche findet unter Naturkorken statt, was den Champagnern eine andere Atmungsdynamik gibt. Gerüttelt und degorgiert hat Fabrice jede einzelne Flasche selbst.

| Name | Champagne Alexandre Filaine |
|---|---|
| Winzer | Fabrice Gass |
| Ort | Damery, Vallée de la Marne |
| Bewirtschaftung | biologisch |
| Zertifizierung | Haut Valeur Environnementale (HVE) |
| Pressen | alte Coquard-Presse mit 2.000 kg |
| Gären | spontane Gärung |
| Ausbau | Verzicht auf biologischen Säuraabbau |
| Lagerung | Ausbau in gebrauchten Barriquefässern |
| Betriebsgröße | 1,5 Hektar |
| Produktion | 5.000 Flaschen |