Côte des Bar: grandiose Terroir-Champagner zwischen Kraft und Finesse
Kraftvoll, strukturiert und mit beeindruckender Substanz – die Champagner von Stéphane Fèvre haben einen weinigen Charakter, der sie trotz ihrer Jugend erstaunlich gereift wirken lässt. Sie sind eigenständig, konzentriert und gleichzeitig von feingliedriger Spannung durchzogen. Seit 2012 leitet Stéphane mit seiner Frau Stella das über 300 Jahre alte Familienweingut in Ville-sur-Arce. Die sofortige Umstellung auf biologischen Anbau war ihm ein Herzensanliegen. Erst seit 2020 kreiert er eigene Champagner, doch die sind bereits umwerfend! Da er den Großteil seiner Trauben weiterhin verkauft, kann er sich die besten Grundweine für seine eigenen Cuvées aussuchen. Im Keller arbeitet er minimalistisch: spontane Gärung, Barrique-Ausbau, keine Filtration. Was hier in kleinen Mengen entsteht, gehört bereits zu den aufregendsten Neuentdeckungen der Côte des Bar.
„Unser erstes Ziel war es, wieder einen lebendigen Boden zu haben, sowohl für Pflanzen als auch für Tiere.“ Mit diesen Worten beschreibt Stéphane Fèvre, was ihm beim Einstieg ins Weingut seiner Familie 2012 am wichtigsten war. Die sofortige Abkehr von Herbiziden war der erste Schritt, die Bio-Zertifizierung 2017 die logische Konsequenz. Die Familie betreibt seit über 300 Jahren Weinbau in Ville-sur-Arce an der Côte des Bar, doch erst mit Stéphanes Generation kam der Wandel zur biologischen Bewirtschaftung und zum eigenen Champagner. Zuvor wurden die Trauben ausschließlich verkauft. Heute bewirtschaftet er gemeinsam mit seiner Frau Stella 8 Hektar auf den charakteristischen „argilo-calcaire“-Böden (Lehm und Kalkstein) des Kimmeridge-Untergrunds zwischen Plateaus und grünen Tälern.
Seine erste biologisch zertifizierte Ernte brachte er 2020 ein. Der Rebspiegel zeigt die Prägung der Region: Pinot Noir dominiert mit 80 Prozent, dazu kommen 15 Prozent Chardonnay und 5 Prozent Pinot Blanc, der lange für Chardonnay gehalten wurde und heute für seine schöne Balance geschätzt wird. Stéphane verfolgt einen kompromisslosen Terroir-Ansatz. Er arbeitet nach Beobachtung, nicht nach Schema. Jede Parzelle wird getrennt ausgebaut. Die Champagner sind rar, denn der Großteil der Ernte wird noch immer verkauft. Die Familiengeschichte reicht weit zurück: 1888 erfand Stéphanes Urgroßvater Emile die erste Winzer-Pflugmaschine und revolutionierte damit die Arbeit im Weinberg.

Hier entsteht etwas Besonderes: Stéphane hatte acht Jahre Zeit, seine Weinberge kennenzulernen, bevor er seinen ersten Champagner auf den Markt brachte. Diese Geduld und sein konsequenter Terroir-Gedanke prägen die Champagner bis heute. Sie sind geprägt von Klarheit und Substanz, zeigen weinigen Charakter und besitzen Struktur. Der Ausbau in gebrauchten Barriques verleiht ihnen eine zusätzliche Dimension, ohne sie zu dominieren. Die Dosage ist minimal bis nicht vorhanden, der Schwefeleinsatz auf ein Minimum reduziert. Es sind Champagner, die ihre Herkunft zeigen und nicht gefallen wollen, sondern überzeugen. Die Parzellen sind groß genug für einen echten Terroir-Ansatz, die Philosophie radikal und die Qualität bereits in den ersten Jahrgängen beeindruckend. Das Potenzial ist enorm.

Composition ist die Assemblage mehrerer ausgewählter Pinot-Noir-Parzellen in Ville-sur-Arce. Ein Champagner mit weinigem Charakter, viel Struktur und Kraft, der trotz seiner Jugend gereift wirkt. Das Holz ist im Nachhall erkennbar, aber sehr gut eingebunden. Er eignet sich hervorragend als Essensbegleiter.
Die Einzellagen zeigen die unterschiedlichen Facetten seines Terroirs: Val Barmont als reiner Chardonnay von der gleichnamigen Parzelle verbindet die kühlere Mineralität der Lage mit der Fülle des Fassausbaus. Fiole Ouest ist eine Einzellage mit nördlich ausgerichtetem Kimmeridge-Boden, Bicheret wächst dagegen auf einer Südlage. Die unterschiedlichen Ausrichtungen prägen die Champagner deutlich. Eproué liegt am Hangfuß auf „argilo-calcaire“-Boden mit Westausrichtung und bringt einen Champagner mit ganz eigener Prägung hervor.

Die „argilo-calcaire“-Böden aus Lehm und Kalkstein der Côte des Bar mit ihrem Kimmeridge-Untergrund regulieren die Wasserversorgung optimal. Lehm speichert Wasser, Kalkstein filtert. In niederschlagsreichen Phasen wird Wasser in die Tiefe transportiert, in trockenen Phasen steht es den Reben zur Verfügung. Das Ergebnis sind gesunde Reben und ausgereifte Trauben. Stéphane verzichtet vollständig auf Herbizide und arbeitet nach den Prinzipien der biologischen Bewirtschaftung mit Blick auf die Biodiversität. Die Erträge sind gering, die Trauben werden spät gelesen.
Im Keller gilt das Prinzip der sanften Vinifikation: Nach natürlichem Vorklären vergären die Moste spontan in gebrauchten Barriquefässern. Die Grundweine reifen 11 Monate auf der Hefe und durchlaufen dabei den biologischen Säureabbau. Auf Filtration und Schönung wird verzichtet, Schwefel wird nur minimal zugegeben. Die Dosage ist sehr gering oder entfällt ganz. Nach der Flaschengärung lagern die Champagner rund eineinhalb Jahre auf der Hefe, sodass die Hefearomen die Essenz des Terroirs nicht überdecken. Stéphane verfolgt einen Ansatz, der der Natur Raum lässt und gleichzeitig präzise geführt wird.

| Name | Champagne Stéphane Fèvre |
|---|---|
| Winzer | Stéphane Fèvre |
| Ort | Ville-sur-Arce, Côte des Bar |
| Bewirtschaftung | biologisch |
| Zertifizierung | EU Bio Siegel seit 2020 |
| Pressen | moderne pneumatische Presse (4.000 kg) |
| Gären | spontane Gärung in Holzfässern |
| Ausbau | Lagerung auf der Hefe, Verzicht auf Filtration und Schönung, minimale Zugabe von Schwefel |
| Lagerung | gebrauchte Barriquefässer |
| Betriebsgröße | 8 Hektar |
| Produktion | 5.000 Flaschen |