Vallée de la Marne: kühle, geradlinige Meunier-Champagner von alten Reben
Kühl und präzise stehen diese Champagner im Glas, getragen von feiner Säure und einer hellen, zurückhaltenden Frucht. Sie entstehen fast immer aus reinsortigem Meunier, jener Rebsorte, die im Marne-Tal lange als bloßer Verschnittpartner galt und hier alles andere als weich und gefällig ausfällt. Dahinter steht Mathilde Savoye, welche die elterlichen Parzellen am rechten Marne-Ufer übernahm und 2020 ihre erste eigene Cuvée füllte. Auf 3,40 Hektar rund um La Neuville-aux-Larris arbeitet sie von Hand, mit Naturhefen und sparsamem Schwefel, parzellengenau und nachhaltig zertifiziert.
Mathilde Savoye stammt aus einer Champagner-Winzerfamilie, die seit Generationen am rechten Ufer des Vallé de la Marne arbeitet. Sie übernahm die elterlichen Parzellen und nahm sich anfangs Zeit, jede einzelne genau kennenzulernen. 2020 brachte sie ihre erste Cuvée unter eigenem Namen auf den Markt. Heute bewirtschaftet sie insgesamt 3,40 Hektar rund um La Neuville-aux-Larris, verteilt auf fünf kleine Dörfer zwischen Châtillon-sur-Marne und Cuchery. Ihre Reben pflegt sie nach eigener Aussage wie eine Gärtnerin, mit begrünten Rebgassen und leicht gelockertem Boden unter dem Stock.
Im Mittelpunkt steht der Meunier, der im Marne-Tal zu Hause ist und lange als einfache Verschnittsorte abgetan wurde. Mathilde keltert ihn fast ausschließlich reinsortig, auf lehmig-mergeligen und kalkhaltigen Böden. Solche Champagner aus reinem Meunier sind selten, hier bilden sie den Kern des Sortiments. Sie liest von Hand und vergärt mit Naturhefen. Den gesamten Ausbau und die Füllung übernimmt sie selbst, mit wenig Schwefel und ohne unnötige Eingriffe.
Mathilde gehört zu einer jungen Generation im Marne-Tal, welche die Rebsorte Meunier ernst nimmt und ihn nicht länger im Schatten von Pinot Noir und Chardonnay versteckt. Sie arbeitet unabhängig, zertifiziert nach HVE und Viticulture Durable, und richtet im Weinberg jede Entscheidung an der jeweiligen Parzelle aus. Die Mengen sind klein, jede Cuvée stammt aus wenigen benachbarten Lagen. Ihre Champagner sind trocken ausgebaut, klar in der Frucht und ohne kosmetische Politur. Genau diese Geradlinigkeit passt zu unserem Sortiment. Wir mögen Winzerchampagner mit klarer Herkunft und eigener Handschrift, der trotzdem zugänglich bleibt.
Der Blanc de Meunier entsteht allein aus eben dieser Rebsorte, gelesen auf zwei Parzellen in Cuchery und Baslieux-sous-Châtillon, deren alte Reben über sechzig Jahre zählen. Beide Lagen stehen auf braunem Kalkboden über hartem Fels. Der Champagne ist gerade und kühl, die helle Frucht bleibt zurückhaltend und wird von einer feinen Säure getragen. Das ist ein Meunier, der nichts mit der weichen, gefälligen Interpretation der Sorte zu tun hat. Binôme trägt seinen Namen zu Recht, denn er bringt zwei Trauben aus einer einzigen Lage in Cuchery zusammen: Der Chardonnay stammt aus einer jungen Anpflanzung, der Meunier teils aus den 1950er Jahren. Gut zwei Drittel Meunier geben dem Champagner runde Fülle, das knappe Drittel Chardonnay zieht die Frucht in einen klaren, leicht mineralischen Abgang. So bleibt der Champagner saftig und behält zugleich Kontur.
Der Rosé de Meunier beruht ebenfalls ganz auf der namensgebenden Sorte. Zum hellen Grundwein aus Cuchery und Baslieux gesellt sich ein kleiner Anteil rot vinifizierter Meunier, der Farbe und etwas Grip mitbringt. Im Glas leuchtet ein zarter Lachston, am Gaumen steht rotbeerige Frucht neben einer weichen, großzügigen Struktur, die nie ins Süßliche kippt. Es ist weniger ein Aperitif-Rosé als ein ebenbürtiger Speisenbegleiter.
Die 3,40 Hektar verteilen sich auf fünf Dörfer am rechten Marne-Ufer, von Châtillon-sur-Marne bis Cuchery. Den Großteil stellt alter Meunier, dazu kommt etwas Chardonnay. Die Pflanzung mancher Meunier-Reben reicht bis in die fünfziger Jahre zurück. Die Böden sind lehmig-mergelig und kalkhaltig, mit hartem Kalkstein im Untergrund. Mathilde verzichtet auf Herbizide, hält die Rebgassen begrünt, lockert den Boden unter den Reben nur leicht und versucht den Pflanzenschutz möglichst biologisch zu halten. Der Betrieb ist nach HVE und Viticulture Durable en Champagne zertifiziert.
Im Keller hält sie sich zurück. Sie liest ganze Trauben von Hand und vergärt die Grundweine mit Naturhefen im Edelstahltank. Andere Gebinde nutzt sie nicht. Den biologischen Säureabbau lässt sie nicht zu, damit Säure und Frische erhalten bleiben. Die Klärung übernimmt allein die Winterkälte, geschwefelt wird nur sparsam. Nach der Füllung reifen die Champagner rund anderthalb Jahre auf der Hefe, bevor sie degorgiert werden.
| Name | Mathilde Savoye |
|---|---|
| Winzer | Mathilde Pierson-Savoye |
| Bewirtschaftung | nachhaltig, ohne Herbizide |
| Zertifizierung | HVE, Viticulture Durable en Champagne |
| Gären | spontane Gärung |
| Ausbau | ausgedehntes Hefelager, Verzicht auf Stabilisierung, minimale Schwefelzugabe |
| Lagerung | Edelstahltanks |
| Betriebsgröße | 3,4 Hektar |