Volker Raumlands erster Sekt war ein Müller-Thurgau, der als Studienprojekt an der Hochschule Geisenheim entstand. Aus der Studentenidee wurde eine Lebensentscheidung: Mit einer mobilen Anlage fuhr er jahrelang von Winzer zu Winzer und versektete deren Grundweine, lange bevor er eigene Reben besaß. Diese Lohnversektung machte ihn früh über die Region hinaus bekannt. 1990 kaufte er mit seiner Frau Heide-Rose, die aus dem württembergischen Weingut Wöhrwag stammt, die Villa Merkel in Flörsheim-Dalsheim im rheinhessischen Wonnegau, dazu 4 Hektar Weinberg.
Daraus sind heute rund 14 Hektar geworden, bepflanzt vor allem mit den Champagner-Sorten Pinot Noir, Chardonnay und Meunier, dazu Weißburgunder und Riesling. Seit 2002 arbeitet das Haus biologisch zertifiziert. Volker sieht sich näher an der Champagne als am klassischen deutschen Winzersekt, und genau dort liegt sein Anspruch. 2020 wurde Raumland als erstes reines Sektgut in den VDP aufgenommen. Seit 2019 arbeiten die Töchter Marie-Luise und Katharina mit im Betrieb und führen ihn in die nächste Generation.
Warum Raumland?
Raumland ist der Maßstab, an dem sich deutscher Sekt nach der traditionellen Flaschengärung messen lassen muss. Volker Raumland arbeitet mit den Methoden und dem Anspruch der Champagne, nicht als Nachahmer, sondern weil er das ausgedehnte Hefelager und die kalkgeprägte Spannung wirklich beherrscht. Überzeugend ist dabei nicht ein einzelner Spitzensekt, sondern die Verlässlichkeit über die gesamte Produktpalette hinweg. Schon die Einstiegssekte haben das Niveau, das andernorts erst die Prestigeflaschen erreichen. Genau diese Konstanz, Jahrgang für Jahrgang, ist der Grund, warum wir die Sekte seit unseren Anfängen im Sortiment haben.
Die Sekte
Schon die Traditionslinie macht klar, auf welchem Niveau hier gearbeitet wird: Der Riesling bringt die deutsche Note ins weitgehend frankophile Programm, fruchtig und druckvoll, mit klarer Säure als Rückgrat. Mehr Körper und Zugänglichkeit bringt Cuvée Marie-Luise, ein Blanc de Noirs aus Spätburgunder, mit samtiger Länge. Ihr Gegenstück ist Cuvée Katharina, kompromisslos trocken und geradlinig, ein Sekt für alle, die Spannung über Schmelz stellen.
Mit der Réserve verlängert sich die Reife auf der Hefe deutlich, und die Sekte gewinnen an Tiefe und cremiger Textur: Reinsortig und puristisch zeigt sich der Chardonnay Réserve, straff, mineralisch und von großer Klarheit. Wer kühle Eleganz sucht, beginnt hier. Aus reinem Spätburgunder entsteht Blanc de Noirs Réserve, kräftiger gebaut, mit mehr Grip und längerem Nachhall. Beerig und verspielt, aber nie süßlich, ist Rosé Réserve, der zugänglichste Vertreter der Linie. Ganz für sich steht das Kirchenstück, ein Blanc de Noirs aus einer einzelnen Lage in Hohen-Sülzen, rotfruchtig, würzig und mit kühler Mineralität. An der Spitze stehen die Grandes Cuvées. Die Triumvirat-Vintage-Cuvées vereint die klassischen Champagnersorten zu einem kraftvollen, dabei fein austarierten Jahrgangssekt, der das Haus wie kein zweiter Sekt verkörpert. Den Schlusspunkt setzt MonRosé, benannt nach Volkers Ehefrau Heide-Rose und zugleich der reifste, ernsthafteste Sekt des Hauses. Wer ihn öffnet, versteht, warum Raumland in einem Atemzug mit der Champagne genannt wird.
Weinberg & Keller
Die Weinberge liegen auf kalkreichen Böden, und genau diese Kalkprägung kann man in der Spannung der Sekte deutlich schmecken. Seit 2002 arbeitet das Haus biologisch zertifiziert, der nächste Schritt in Richtung Biodynamie ist bereits eingeleitet. Marie-Luise und Katharina bringen frische Ideen mit, etwa den Anbau pilzwiderstandsfähiger Reben. Gelesen wird von Hand, gepresst werden ganze Trauben, und ins Fass kommt nur der erste, feinste Presssaft. Die Erträge hält das Haus bewusst niedrig, gesundes Lesegut ist Voraussetzung. Volker vergärt seine Grundweine überwiegend mit Reinzuchthefe, experimentiert aber zunehmend mit der Spontangärung. Der biologische Säureabbau gehört für ihn dazu. Vor allem der Edelstahltank prägt den Ausbau, daneben kommen alte Holzfässer für mehr Tiefe zum Einsatz. Auf Filtration verzichtet das Haus, geschönt wird nur zurückhaltend. Ein langes Hefelager verleiht den Sekten anschließend ihre cremige Tiefe.
| Name | Sekthaus Raumland |
|---|---|
| Winzer | Volker Raumland |
| Ort | Flörsheim-Dalsheim |
| Bewirtschaftung | biologisch, biodynamisch in Umstellung |
| Zertifizierung | EU Bio Siegel |
| Gären | Reinzuchthefe, zunehmend auch spontane Gärung |
| Ausbau | ausgedehntes Hefelager, Verzicht auf Filtration, zurückhaltende Schönung, minimale Schwefelung |
| Lagerung | Edelstahl, gebrauchte Barriques und große Holzfässer |
| Betriebsgröße | 14 Hektar |
| Produktion | 80.000 Flaschen |