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Champagne Drappier

Côte des Bar: charakterstarke Champagner von einem familiengeführten Pionier

Straff, mineralisch und von einer feinen Salzigkeit getragen: die Champagner aus Urville tragen deutlich die Handschrift von Pinot Noir und dem Kalkboden der Côte des Bar. Die Dosage bleibt gering, der Schwefeleinsatz zurückhaltend, der Ausbau setzt ganz auf den Jahrgang. So erinnert der Stil eher an kraftvollen Wein als an banalen Aperitif. Dahinter steht die Familie Drappier, seit 1808 in Urville ansässig, seit 1951 mit eigenem Namen auf dem Etikett. Michel Drappier führt das Haus seit 1979, seine Kinder Charline, Hugo und Antoine stellen die achte Generation und arbeiten längst selbst in Weinberg und Keller mit.

Weingut Drappier

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Champagne Drappier

In den Kellern von Urville, einem Dorf der Côte des Bar nahe Bar-sur-Aube und der Grenze zum Burgund, lagerte schon im 12. Jahrhundert Wein, denn Mönche der Abtei Clairvaux gruben hier ihre Vorratsräume in den Kalkstein. 1808 ließ sich die Familie Drappier in Urville nieder, Champagner unter eigenem Namen füllt sie aber erst seit 1951 ab. Heute führt bereits die achte Generation den Betrieb. Michel Drappier steht seit 1979 an der Spitze, seine Kinder Charline, Hugo und Antoine übernehmen seit 2016 Verantwortung in Vermarktung und Weinbau.

Rund 62 Hektar gehören der Familie, weitere Flächen werden gepachtet oder über Partnerschaften mit anderen Winzern bewirtschaftet. Der Kimmeridge-Kalkboden, wie im nahen Chablis, verleiht den Weinen ihre Straffheit. Pinot Noir dominiert die Rebfläche, ergänzt um Chardonnay, Meunier und vier fast vergessene Sorten, die Drappier bewusst erhält. Als erstes klimaneutral zertifiziertes Champagnerhaus setzt der Betrieb seit Langem auf zurückhaltenden Schwefeleinsatz.

Warum Drappier?

Das Haus Drappier bleibt in einer Branche voller Kapitalgesellschaften ein familiengeführter Betrieb mit klarer Haltung. Michel und seine drei Kinder Charline, Hugo und Antoine arbeiten selbst in Weinberg und Keller mit, nicht nur im Büro. Gesunde, reife Trauben aus der eigenen Region, wenig Eingriffe im Keller, zurückhaltende Dosage und ein Schwefeleinsatz weit unter dem in Champagne üblichen Niveau prägen den Stil. Das Ergebnis sind Champagner mit einem eigenen, von Pinot Noir geprägten Charakter aus der Côte des Bar, der sich von Cuvées großer Häuser rund um Reims unterscheidet.

Die Champagner

Am Anfang des Sortiments steht Carte d'Or, von Pinot Noir getragen und mit einer Fülle, die sofort zeigt, wofür das Haus steht. Der Nachhall ist lang, ohne dass der Wein an Frische verliert. Saftig und mineralisch zugleich wirkt Clarevallis, eine biologisch erzeugte Cuvée aus Chardonnay, Meunier und einem Anteil der raren Sorte Pinot Blanc. Trop m'en faut! ist komplett der fast verschwundenen Sorte Fromenteau (Pinot Gris) gewidmet und zeigt, wie eigenständig eine alte Rebsorte schmecken kann, wenn man ihr im Keller Zeit und Vertrauen entgegenbringt. Der Blanc de Noirs Brut Nature entsteht vollständig aus Pinot Noir und verzichtet auf jede Dosage. Das macht ihn kompromisslos trocken, mit einer fast salzigen Direktheit am Gaumen. Bei Les Riceys stammen die Trauben von den steilen Lagen des gleichnamigen Dorfs nahe der Grenze zur Bourgogne. Im Saignée-Verfahren wird daraus ein kräftiger, würziger Rosé ohne Zuckerzugabe, der mehr Wein als Aperitif ist.

Eine Klasse für sich bildet Grande Sendrée, benannt nach einer einzelnen Parzelle in Urville, die nach einem Brand im Jahr 1836 mit Asche bedeckt war. Der Jahrgangswein reift ungewöhnlich lange und wird in Eichenholz ausgebaut, darunter ein eiförmiges Fass, das eigens für ihn angefertigt wurde. Pinot Noir und Chardonnay sind hier fast gleichwertig vereint, was dem Wein Kraft und zugleich Finesse verleiht.

Weinberg & Keller

Rund 70% der Rebfläche sind mit Pinot Noir bestockt, der Rest verteilt sich auf Chardonnay, Meunier und die alten Sorten Arbanne, Petit Meslier, Pinot Blanc und Fromenteau, die Drappier bewusst weiterführt und in kleinen Mengen ausbaut. Ein Teil der Weinberge ist nach Ecocert biologisch zertifiziert, weitere Flächen befinden sich gerade in der mehrjährigen Umstellung dorthin. Herbizide kommen nicht zum Einsatz, Antoine pflügt einzelne Parzellen mit dem Pferd, um den Boden zu schonen und Erosion vorzubeugen. Im Keller wird langsam bei niedrigem Druck gepresst, und der Most gelangt per Schwerkraft in die Tanks. Die Gärung erfolgt mit einer seit Jahren gepflegten Hefekultur, der biologische Säureabbau läuft in den meisten Cuvées durch. Ausgebaut wird in Edelstahl, gebrauchten Fässern aus dem nahegelegenen Waldgebiet Forêt d'Orient und, für Grande Sendrée, in einem eiförmigen Fass. Der Schwefeleinsatz liegt deutlich unter dem branchenüblichen Niveau, Filtration und Schönung werden auf ein Minimum reduziert.

Auf einen Blick

Name Champagne Drappier
Ort Urville
Bewirtschaftung naturnah, teils biologisch
Zertifizierung teils Agriculture Biologique, EU Bio Siegel seit 2017
Pressen moderne pneumatische Pressen
Gären eigene selektionierte Hefe
Ausbau biologischer Säureabbau, geringe Schwefelzugabe
Lagerung überwiegend Edelstahl und gebrauchte Holzfässer
Betriebsgröße 165 Hektar
Produktion 2 Mio. Flaschen

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